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Fed könnte milliardenschweres Anleiheprogramm stoppen

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(c) REUTERS (� Jonathan Ernst / Reuters)

Das Programm könnte zurückgefahren werden, bevor die erhoffte Wende am Arbeitsmarkt erreicht ist. Die Aktienmärkte reagieren mit Verlusten.

Die US-Notenbank Federal Reserve könnte ihr milliardenschweres Anleiheprogramm drosseln oder sogar ganz stoppen, noch bevor eine damit erhoffte Wende am Arbeitsmarkt erreicht ist. Mehrere Fed-Mitglieder hätten bei der vergangenen Sitzung die Sorge geäußert, dass eine Überprüfung des Programm zu dem Schluss kommen könnte, dass der Anleihenkauf aus Kosten- und Effizienzgründen bereits vor der Job-Zielmarke verringert oder angehalten werden müsse, teilte die Fed am Mittwoch bei der Veröffentlichung ihrer jüngsten Sitzungsprotokolle mit. Die US-Aktienmärkte weiteten ihre Verluste daraufhin aus.

Die Notenbanker diskutieren demnach weiterhin intensiv über ein vorzeitiges Ende des erst Ende 2012 beschlossenen jüngsten Anleihekaufprogramms (QE3). Obwohl die Zusammensetzung der stimmberechtigten Mitglieder im Fed-Rat zu Jahresbeginn geändert wurde und etliche Experten Zulauf für die Unterstützer der ultralockeren Linie von Notenbankchef Ben Bernanke erwartet hatten, überwiegen die Sorgen vor der Geldflut.

Neubesetzung der Fed

Mehrere Mitglieder meinen, die Notenbank solle sich darauf vorbereiten, das Tempo der Anleihekäufe anzupassen. Das könnte ein Hinweis auf eine vorzeitige Beendigung des Programms sein. Bereits auf der Sitzung am 12. Dezember hatte sich die Mehrheit der Mitglieder dafür ausgesprochen, die Käufe noch vor dem Jahresende zu stoppen oder zu reduzieren.

Damals war der geldpolitische Ausschuss jedoch noch in anderer personeller Konstellation angetreten. Im Rahmen der turnusmäßigen Neubesetzung ersetzte Esther George von der Kansas City Fed zu Jahresbeginn Richmond-Fed-Chef Jeffrey Lacker, der als erbitterter Gegner der lockeren Geldpolitik Bernankes gilt. Mit den Präsidenten der Fed von Chicago (Charles Evans) und Boston (Eric Rosengren) rückten zudem zwei ausgewiesene Unterstützer expansiver Geldpolitik in den Ausschuss.

Schwellwert: Arbeitslosenrate von 6,5 Prozent

Damals hatte die US-Notenbank ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen zur Stützung der Konjunktur beschlossen. Seit Jänner kauft die Fed demnach jeden Monat für 45 Milliarden Dollar (32,16 Milliarden Euro) Staatsanleihen. Mit dem Programm sind die regelmäßigen monatlichen Anleihekäufe auf insgesamt 85 Milliarden Dollar gestiegen. Zudem orientiert die Fed ihre Niedrigzinspolitik neuerdings an einem konkreten Schwellenwert der Arbeitslosenquote, der bei 6,5 Prozent liegt.

Im Jänner stieg die Quote auf 7,9 von 7,8 Prozent und liegt weiter deutlich über dem Schnitt der vergangenen 60 Jahre von sechs Prozent. Die US-Wirtschaft war Ende vorigen Jahres erstmals seit dem Krisenjahr 2009 geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im vierten Quartal 2012 auf das Jahr hochgerechnet überraschend um 0,1 Prozent, was Sorgen zur Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft genährt hatte.

Die Spekulation auf einen früheren Ausstieg der Fed schickte den Euro von Mittwochabend an auf Talfahrt. Auch die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks reagierten mit Abschlägen.

 

(APA/Reuters)