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Verhaftung vor der Votivkirche: Mann in Schubhaft

Archivbild von der Pressekonferenz vor der Votivkirche am 21. Februar.
Archivbild von der Pressekonferenz vor der Votivkirche am 21. Februar.(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Der Mann gehört zur Protestaktion in der Votivkirche. Die Caritas versucht die Aslywerber davon zu überzeugen, dass es keine Gruppenlösung geben kann.

Eine weitere Person aus der Wiener Votivkirche befindet sich in Schubhaft. Der Mann ist am Freitag außerhalb der Kirche verhaftet worden, das gaben die Unterstützer der Flüchtlinge am Montag bekannt. Die Caritas bestätigte die Verhaftung, laut Polizei befindet sich ein Mann in Schubhaft. Nähere Details waren vorerst noch nicht bekannt.

"Wir wissen derzeit noch nichts Genaueres", sagte Caritas-Wien-Sprecher Klaus Schwertner. Er betonte, dass Kardinal Christoph Schönborn den Menschen in der Votivkirche das Gastrecht und den Schutz der Kirche gegeben habe. Dieser Schutz können aber nur innerhalb der Kirchenmauern gelten. Auch die Wiener Polizei betonte, dass die Verhaftung außerhalb der Kirche stattgefunden habe.

Unterschiedliche Behandlung von Pakistanis

Schwertner erklärte, die Caritas sei weiterhin "intensiv daran", den Leuten in der Votivkirche klarzumachen, "dass es keine Gruppenlösung geben kann". Es sei wichtig, dass die Betroffenen das Angebot der Einzelfallprüfung annehmen, "damit man sie bestmöglich beraten, begleiten und unterstützen kann", so der Sprecher.

Aus Sicht der Caritas sei auch klar, dass nicht alle, die Asyl beantragen, dieses auch erhalten können, sagte er. Gleichzeitig verwies Schwertner aber auf einen "völlig unverständlichen" Unterschied der Behandlung von Asylanträgen von Pakistani in Österreich und Deutschland: Während in Deutschland die Schutzquote (Asylanerkennungsquote, subsidiärer Schutz und humanitärer Aufenthalt) bei 18,1 Prozent der Anträge gelegen habe (2012), betrug diese Rate in Österreich nur 1 Prozent. "Das bedeutet, dass die Sicherheitslage in Pakistan von zwei EU-Staaten sehr unterschiedlich eingeschätzt wird."

Zwei Abschiebungen bisher

In der Vergangenheit waren schon mehrere der Votivkirchen-Besetzer von der Polizei festgenommen worden (jeweils außerhalb der Kirche). Zwei davon wurden bisher nach Ungarn abgeschoben.

Die Unterstützer der Protestbewegung beklagten in einer Aussendung "zunehmenden Druck durch die Polizei", dem die Flüchtlinge ausgesetzt seien. Mehrfach hätten Zivilpolizisten - vor der Votivkirche und benachbarten Räumen der Universität - Personenkontrollen durchgeführt. Einer der Flüchtlinge forderte im Namen der Protestierenden die Freilassung des verhafteten Mannes. Es gebe keine Schwerpunktaktionen rund um die Kirche, betonte eine Polizeisprecherin gegenüber DiePresse.com.

(APA)