CIA: Österreich wusste von US-Militärflug

Der Geheimdienst CIA besitzt 26 Flugzeuge - die sind seit langem bekannt.

WASHINGTON. Als die Draken-Abfangjäger am 21. Jänner 2003 aufstiegen, um den Überflug eines angeblich "privaten Flugzeugs" zu überprüfen, wusste man genau, mit wem man es zu tun hat: Mit einer getarnten US-Militärmaschine. Denn die gleiche Hercules AC-130 hatte schon während des Kosovo-Konflikts Einsätze aus Deutschland geflogen, von denen die Militärs in Österreich wussten.

Nach dem Alarmstart der Draken in Linz-Hörsching um 9.46 Uhr verbreitete daher das Ministerium die Meldung, man habe eine "pseudozivile Maschine" begleitet. Offen ist, ob dem österreichischen Verteidigungsministerium Anfang 2003 schon bekannt war, dass der amerikanische Auslandsgeheimdienst Besitzer dieser Hercules mit der Registrierungsnummer N8183J ist. Spätestens seit Juni dieses Jahres müsste man es aber wissen: Damals berichtete die "Presse" über einen Artikel in der "New York Times", der von einer geheimen CIA-Fluglinie handelte und in dem auch von dem Zwischenfall im österreichischen Luftraum die Rede war.

Der amerikanische Auslandsgeheimdienst besitzt über drei Scheinfirmen - "Tepper Aviation", "Pegasus Technologies" und "Aero Contractors" - insgesamt 26 Flugzeuge: Von einer luxuriös umgebauten Boeing 737 über Business Jets vom Typ Gulfstream V bis zu militärischen Transportmaschinen. Das über Österreich eskortierte US-Flugzeug gehörte zur "Tepper Aviation". Was der Zweck des Flugs nach Aserbaidschan war, beziehungsweise um wen es sich bei den Passagieren handelte, ist nicht bekannt.

Die zivilen Maschinen der CIA kommen immer dann zum Einsatz, wenn man vermeiden möchte, dass die Involvierung der US-Regierung bekannt wird. So sollen laut eines Berichts der "Times" beispielsweise Terrorverdächtige zu Befragungen in verschiedene Länder der Welt geflogen werden, wo man bei den Verhörmethoden weniger zimperlich ist. Belegt ist ein Flug eines auf Gunatanamo Bay (Kuba) Inhaftierten nach Libyen.

Auch der in Mazedonien von der CIA entführte deutsche Staatsbürger Khaled al-Masri wurde in einem Zivilflugzeug von "Aero Contractors" nach Afghanistan verfrachtet. Der Geheimdienst hatte ihn für einen Terroristen gehalten, jedoch schlicht seine Identität verwechselt.

Aufgrund der wegen ihrer Registrierungsnummern leicht zu identifizierenden Flugzeuge glaubt man auch über zumindest zwei Standorte der geheimen CIA-Gefängnisse in Osteuropa Bescheid zu wissen: Eine Boeing 737, die einer der CIA-Scheinfirmen gehört, wurde angeblich auf abgelegenen Flughäfen in Polen und Rumänien gesichtet.


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