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Smart Cities: Wenn SimCity real wird

Smart Cities: Wenn SimCity real wird
Smart Cities: Wenn SimCity real wird(c) EA
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In vernetzten Städten kann der Verkehr über ein Programm gesteuert werden wie in einem Computerspiel. Freie Parkplätze werden dann in einer App angezeigt.

Man könnte es glatt für ein Simulations-Spiel wie SimCity halten, wenn Frank Baudinet von IBM seine Verkehrssoftware für vernetzte Städte präsentiert. "Sehen Sie hier, das Programm meldet ein großes Feuer in der Innenstadt", beginnt Baudinet die Demonstration. "Jetzt kann ich berechnen lassen, wie sich der Zwischenfall in den nächsten Stunden auf den Verkehr auswirken wird und wo mit Stau zu rechnen ist". Mit dem System kann nun automatisch eine betroffene Buslinie umgeleitet werden und in Echtzeit können alle Öffi-Kunden und Autofahrer gewarnt werden, die eine entsprechende App haben. Am Smartphone gibt der Bürger der "smarten Stadt" Start und Ziel seiner gewünschten Route ein und das System berechnet den schnellsten Weg und bezieht dabei nicht nur Busse und Bahnen ein, sondern auch das Auto (wenn vorhanden) oder Lösungen wie Car2Go oder Citybikes. Besonders fein: In der App werden alle freien Parkplätze am Ziel in Echtzeit angezeigt und wenn das Auto abgestellt ist, kann automatisch ein virtueller Parkschein gelöst werden.

Was aus der Sicht so mancher Städte wie eine ferne Zukunftsfantasie klingen mag, ist anderenorts zumindest auf Projektbasis bereits Realität. Solche Pilotprojekte gibt es zum Beispiel in Los Angeles. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona haben IBM und die Deutsche Telekom eine Partnerschaft angekündigt, mit der solche Systeme ermöglicht werden sollen. Damit das funktioniert, muss möglichst viel in Städten mit SIM-Karten ausgestattet werden. Für den Traum der Freie-Parkplätze-App muss zum Beispiel in jeden Parkplatz ein kleines rundes Modul namens "Streetline" eingebaut werden. Sind auch Ampeln, Busse und sogar Privatautos vernetzt, lässt sich bald tatsächlich alles automatisiert verwalten. Ein feiner Nebeneffekt: Die Minutenanzeige bis der nächste Bus kommt wäre wesentlich genauer. Wieviel der Spaß kostet, wollen die zuständigen Manager so nicht beantworten, schließlich hängt das von vielen Faktoren ab. In der Regel werden durch die Automatisierung mittels dieser "Machine to Machine"-Kommunikation aber Kosten gespart, erklärt Jürgen Haase, M2M-Experte bei der Deutschen Telekom.

Automatischer Kaffee-Nachschub

Haase erzählt auf dem Mobile World Congress von noch einem weiteren "M2M"-Traum, der gar nicht so ferne Zukunftsmusik ist, wenn man den Experten glaubt. Kaffekapseln einer Espresso-Maschine könnten in Zukunft automatisch nachgeliefert werden, bevor der Vorrat ganz zur Neige geht. "George Clooney kommt dann zwar nicht, aber komfortabel ist das dennoch", sagt Haase. Den Kunden würde das vermutlich nicht mehr kosten, schließlich hat auch der Anbieter etwas davon, wenn regelmäßig Nachschub gekauft wird. Diese Kaffeemaschinen-Idee geistert bereits seit Jahren in Form intelligenter Kühlschränke durch die Medien, die eines Tages selbstständig Milch nachbestellen. Es gäbe da eben nicht einen Tag X an dem diese Dinge alle gelebte Realität werden, erklärt Hase. Eines Tages würden diese Dinge einfach selbstverständlich sein - Autos und Kaffeemaschinen würden aber vermutlich die ersten Berührungspunkte sein, die Konsumenten mit dem Thema hätten.

Offenlegung

DiePresse.com ist auf Einladung von T-Mobile in Barcelona. Die Redaktion nahm diese Einladung nur unter der Voraussetzung an, dass eine unabhängige Berichterstattung garantiert bleibt.

(sg)