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Stéphane Hessel

Ein Leben für Menschenrechte und Widerstand

30.12.2016 um 22:23
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Hauptbild • (c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
Er war Widerstandskämpfer gegen die Nazis, KZ-Überlebender, Diplomat und Autor der berühmten Streitschrift "Empört euch!" gegen die Auswüchse des Finanzkapitalimus: Stéphane Hessel. Er starb in der Nacht auf Mittwoch, den 27. Feburar, im Alter von 95 Jahren. Das teilte seine Ehefrau Christiane Hessel-Chabry in Paris mit.
Er war Widerstandskämpfer gegen die Nazis, KZ-Überlebender, Diplomat und Autor der berühmten Streitschrift "Empört euch!" gegen die Auswüchse des Finanzkapitalimus: Stéphane Hessel. Er starb in der Nacht auf Mittwoch, den 27. Feburar, im Alter von 95 Jahren. Das teilte seine Ehefrau Christiane Hessel-Chabry in Paris mit.
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
Hessel hatte mit seinem im Oktober 2010 erschienenen kleinen Essay "Empört euch!" weltweit Aufsehen erregt. In dem 20 Seiten schmalen Essay kritisierte er die kapitalistische Finanzwirtschaft und rief zum Protest auf. Seine Streitschrift inspirierte Protestbewegungen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise: in den USA die Anhänger der Bewegung "Occupy Wall Street", in Spanien oder Griechenland die Demonstrationen der "Empörten".
Hessel hatte mit seinem im Oktober 2010 erschienenen kleinen Essay "Empört euch!" weltweit Aufsehen erregt. In dem 20 Seiten schmalen Essay kritisierte er die kapitalistische Finanzwirtschaft und rief zum Protest auf. Seine Streitschrift inspirierte Protestbewegungen infolge der Finanz- und Wirtschaftskrise: in den USA die Anhänger der Bewegung "Occupy Wall Street", in Spanien oder Griechenland die Demonstrationen der "Empörten".
(c) Reuters (CHARLES PLATIAU)
Hessel selbst nannte seine Werke "Büchlein". Sie wurden mittlerweile in 23 Sprachen übersetzt, mehr als 4,5 Millionen Exemplare in 35 Ländern verkauft. Nach "Empört euch!" (2010) und "Engagiert Euch!" (2011) legte er auch ein drittes Buch vor: "Le chemin de l'esperance" (Der Weg zur Hoffnung).
Hessel selbst nannte seine Werke "Büchlein". Sie wurden mittlerweile in 23 Sprachen übersetzt, mehr als 4,5 Millionen Exemplare in 35 Ländern verkauft. Nach "Empört euch!" (2010) und "Engagiert Euch!" (2011) legte er auch ein drittes Buch vor: "Le chemin de l'esperance" (Der Weg zur Hoffnung).
(c) AP (Francois Mori)
In "Le chemin de l'esperance" versuchte Hessel gemeinsam mit dem französischen Philosophen Edgar Morin "aus der Empörung herauszukommen und sich die Zukunft vorzustellen".  Bis ins hohe Alter setzte sich Hessel für die Menschenrechte ein, für Migranten und Illegale sowie für den Frieden im Nahen Osten.
In "Le chemin de l'esperance" versuchte Hessel gemeinsam mit dem französischen Philosophen Edgar Morin "aus der Empörung herauszukommen und sich die Zukunft vorzustellen". Bis ins hohe Alter setzte sich Hessel für die Menschenrechte ein, für Migranten und Illegale sowie für den Frieden im Nahen Osten.
(c) EPA (GUILLAUME HORCAJUELO)
Der 1917 in Berlin geborene Sohn aus einer jüdischen Familie, die später zum Protestantismus konvertierte, war im Alter von acht Jahren nach Frankreich gekommen und hatte 1937 die französische Staatsbürgerschaft angenommen.
Der 1917 in Berlin geborene Sohn aus einer jüdischen Familie, die später zum Protestantismus konvertierte, war im Alter von acht Jahren nach Frankreich gekommen und hatte 1937 die französische Staatsbürgerschaft angenommen.
(c) EPA (JOEL SAGET/POOL)
Hessels Mutter stand für den Film "Jules und Jim" des französischen Regisseurs François Truffaut Modell. Es geht darin um die Geschichte einer Frau, die von zwei Freunden geliebt wird. Der Schriftsteller Henri-Pierre Roché hatte die Dreiecksbeziehung zwischen Helen Grund, Franz Hessel und ihm in dem Roman "Jules und Jim" verarbeitete.
Hessels Mutter stand für den Film "Jules und Jim" des französischen Regisseurs François Truffaut Modell. Es geht darin um die Geschichte einer Frau, die von zwei Freunden geliebt wird. Der Schriftsteller Henri-Pierre Roché hatte die Dreiecksbeziehung zwischen Helen Grund, Franz Hessel und ihm in dem Roman "Jules und Jim" verarbeitete.
(c) Reuters (CHARLES PLATIAU)
Stéphane Hessel kämpfte im französischen Widerstand gegen die Nazis an, wurde gefangen und 1944 in das KZ-Buchenwald deportiert. Er konnte flüchten und schloss sich US-Truppen an. Nach dem Mai 1945 startete Hessel eine Karriere als Diplomat bei den Vereinten Nationen.
Stéphane Hessel kämpfte im französischen Widerstand gegen die Nazis an, wurde gefangen und 1944 in das KZ-Buchenwald deportiert. Er konnte flüchten und schloss sich US-Truppen an. Nach dem Mai 1945 startete Hessel eine Karriere als Diplomat bei den Vereinten Nationen.
(c) EPA (YOAN VALAT)
Hessel. war an der Ausarbeitung der UN-Menschenrechtscharta beteiligt und zog sich den Zorn jüdischer Organisationen wegen seiner Unterstützung der Palästinenser zu. Der französische Präsident François Mitterrand machte ihn 1981 zum Ehren-Diplomaten Frankreichs. 2006 wurde er in die französische Ehrenlegion aufgenommen.
Hessel. war an der Ausarbeitung der UN-Menschenrechtscharta beteiligt und zog sich den Zorn jüdischer Organisationen wegen seiner Unterstützung der Palästinenser zu. Der französische Präsident François Mitterrand machte ihn 1981 zum Ehren-Diplomaten Frankreichs. 2006 wurde er in die französische Ehrenlegion aufgenommen.
(c) EPA (SUSI SAEZ)
Bis kurz vor seinem Tod mischte er noch politisch mit, unterstützte im französischen Wahlkampf 2012 den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande.
Bis kurz vor seinem Tod mischte er noch politisch mit, unterstützte im französischen Wahlkampf 2012 den sozialistischen Präsidentschaftskandidaten François Hollande.
(c) EPA (JOEL SAGET/POOL)
Mitte Oktober 2011 besuchte Hessel Österreich. In Wien forderte er die internationale Protestbewegung der "Empörten" dazu auf, auch politisch aktiv zu werden. Das Engagement der Jugendlichen müsse innerhalb der politischen Parteienlandschaft stattfinden, erklärte der damals fast 94-Jährige.
Mitte Oktober 2011 besuchte Hessel Österreich. In Wien forderte er die internationale Protestbewegung der "Empörten" dazu auf, auch politisch aktiv zu werden. Das Engagement der Jugendlichen müsse innerhalb der politischen Parteienlandschaft stattfinden, erklärte der damals fast 94-Jährige.
(c) EPA (SEBASTIAN KAHNERT)
Im Rahmen des "internationalen Tag des Empörung" war er auch in Graz. "Wir müssen die Jungen überzeugen, dass, wenn ihnen die Parteien nicht gefallen, sie sich eben in diesen engagieren und sie verändern müssen", so Hessel damals.
Im Rahmen des "internationalen Tag des Empörung" war er auch in Graz. "Wir müssen die Jungen überzeugen, dass, wenn ihnen die Parteien nicht gefallen, sie sich eben in diesen engagieren und sie verändern müssen", so Hessel damals.
(c) APA/PLATTFORM 25 (PLATTFORM 25)
Der Präsident des Europaparlamentes, Martin Schulz, würdigte Hessel als "großen Europäer" "Er wird uns sehr fehlen", schrieb er über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter. Er habe sich durch "einen Kämpfer- und Freiheitsgeist" ausgezeichnet.
Der Präsident des Europaparlamentes, Martin Schulz, würdigte Hessel als "großen Europäer" "Er wird uns sehr fehlen", schrieb er über den Internet-Kurzbotschaftendienst Twitter. Er habe sich durch "einen Kämpfer- und Freiheitsgeist" ausgezeichnet.
(c) EPA (IAN LANGSDON)
Die Lebensgefährtin von Präsident Hollande, Valerie Trierweiler, würdigte ebenfalls per Twitter das "außergewöhnliche Leben" Hessels. Vertreter von Grünen und Zentrum in Frankreich dankten dem überzeugten Europäer für seinen lebenslangen Einsatz.
Die Lebensgefährtin von Präsident Hollande, Valerie Trierweiler, würdigte ebenfalls per Twitter das "außergewöhnliche Leben" Hessels. Vertreter von Grünen und Zentrum in Frankreich dankten dem überzeugten Europäer für seinen lebenslangen Einsatz.
(c) EPA (ALBERT OLIVE)

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