Die Skifirma zog damit die Konsequenz aus den harten Worten von Mario Stecher. Der Kombinierer war davon nicht überrascht.
„Das waren bedauerliche Aussagen. Diese Form von Negativwerbung kann die Firma Fischer nicht gebrauchen. Wir sind alle sehr enttäuscht von Mario Stecher und ziehen daraus folgende Konsequenz: Er darf bis Samstag unser Material behalten, aber danach ist die Zusammenarbeit mit ihm beendet! Ich will nicht, dass der Name Mario Stecher weiter mit der Firma Fischer in Verbindung gebracht wird.“ Fischers Rennsportchef Gerhard Urain war selbst Langläufer. Er kennt das System und hat selbst auch nicht immer das beste Material unter den Beinen gehabt. Kritik sei in jeder Form auch wünschens-, nein sogar erstrebenswert, sagt er. Nur eben nicht öffentlich und schon gar nicht bei einer Nordischen WM und in dieser Form.
Daher blieb dem Chef der Rennsportabteilung Fischer keine andere Wahl. Er musste Mario Stecher „feuern“, und es glich auch einer Abrechnung. Urain, 40, bebte vor Zorn und gab die Trennung live im ORF bekannt.
Was aber war passiert, dass die seit vielen Jahren anhaltende Partnerschaft so jäh zerbrach? Obendrein nach der Tatsache, dass Stecher im Einzel sogar WM-Silber gewonnen hatte? Der 35-Jährige war nach dem verlorenen Staffelbewerb hart mit Fischer ins Gericht gegangen. Kombinierer bekämen vom oberösterreichischen Ausrüster „nicht das beste Material“, der in Ried im Innkreis ansässige Konzern habe Langläufer „viel lieber. Es ist Fischer einfach wichtiger, dass Herr Northug die besten Skier bekommt, aber nicht irgendeine Nummer.“
Urain traute seinen Ohren nicht. So einen Angriff, obendrein von einem steirischen Landsmann, und die medialen Reaktionen übertrafen seine Vorstellungen. Seit sieben Jahren mache er bereits diesen Job, soetwas aber sei ihm noch nie passiert. Zumal die Firma Stecher noch vor der WM zehn Paar Ski geliefert und ihm in Lago di Tesero sogar noch einmal vier Paar übergeben habe, sagt Urain. „Und: Die Rückmeldungen der Serviceleute waren gut.“
Stecher erwartete diesen Schritt
Stechers Verdienste hin, seine Erfolge her, alle involvierten Personen der Firma waren sich einig. Mit einem schlechten Ski werde man sicherlich nicht Zweiter. „Stecher hat großes Glück, dass wir sehr gute Beziehungen pflegen mit dem ÖSV“, setzte Urain nach. „Nur deshalb darf es das Material bis Samstag behalten.“ Von Verbandsseite gab es keinen Kommentar. Mario Stecher erklärte jedoch, dass er diese Konsequenz durchaus erwartet habe. Ob er sie auch bewusst, also gezielt ausgelöst hat – weil er womöglich einen neuen Ausrüster in petto hat – beantwortete er nicht. „Ich bin froh, dass ich diese WM fertig laufen kann.“