575 statt 77 Millionen Kosten, Eröffnung 2017 statt 2010: Jahrelang stritten Baukonzert und Stadt, wer für das Debakel verantwortlich ist. Gemeinsam will man das Projekt zu Ende bauen.
Nach jahrelangem Streit haben sich die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief auf einen gemeinsamen Weiterbau der Elbphilharmonie geeinigt. Das teilte Senatssprecher Christoph Holstein am Freitag der dpa mit. Nähere Einzelheiten wollte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Nachmittag bekannt geben.
Die Stadt und der Baukonzern streiten sich seit Jahren um Kostenexplosionen und Zeitverzögerungen bei dem Prestigeprojekt. Sollte die Elbphilharmonie ersten Schätzungen zufolge den Steuerzahler 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein, liegen die Kosten mittlerweile bei mindestens 575 Millionen Euro, die Eröffnung wurde auf 2017 verschoben.
Mehr als 90 Millionen Euro allein für Architekten
Jüngst wurde das Architektenhonorar zum Skandal. Anfang Februar wurde bekannt, dass die Architekten der Elbphilharmonie insgesamt 93,9 Millionen Euro Honorar erhalten . "In der Summe sind jedoch nicht nur Planung, sondern auch Bauüberwachung und Teile der Bauleitung enthalten", bestätigte ein Sprecher der Kulturbehörde einen Bericht von "Spiegel Online".
Die Summe ergibt sich, wenn man die in verschiedenen Senatsdrucksachen ausgewiesenen bisherigen Honorarzahlungen für die Architekten mit dem Honorarnachschlag von 35 Millionen Euro addiert, den die beiden beteiligten Architekturbüros Herzog & de Meuron sowie Höhler + Partner nun noch einmal für die weitere planerische Betreuung des Gebäudes erhalten sollen. Damit übersteigen mittlerweile allein die Architektenhonorare den ursprünglich geplanten Gesamtkostenanteil der Stadt Hamburg an der Elbphilharmonie von 77 Millionen Euro.
(APA/dpa)