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Wien teurer als Frankfurt und Berlin

(c) Fabry
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Die starke Nachfrage dürfte Wohnen auch in den kommenden Jahren verteuern. Auch heuer sollen Kaufpreise und neue Mieten stärker steigen als die Inflation.

Wien/B.l. Wer in Wien eine Wohnung mieten will und sich auf dem freien Markt umschaut, muss in mittleren Lagen mit zehn Euro netto pro Quadratmeter rechnen. Das geht aus dem Wohnungsmarktbericht von Buwog und EHL hervor. In nahezu allen deutschen Großstädten wohnt man billiger, nur in München muss man mit elf Euro für mittelgute Lagen noch tiefer in die Tasche greifen.

Allerdings dürfte in Wien bei höchstens jeder vierten Mietwohnung die Miete frei vereinbar sein (der Rest sind etwa Altbauten, bei denen die Miete nach oben gedeckelt ist, Gemeinde- oder Genossenschaftswohnungen). Doch auch bei den Eigentumspreisen ist Wien ein teures Pflaster. Unter den deutschen Städten liegen nur München und Hamburg vor Wien.

Muss man in der österreichischen Bundeshauptstadt in guten Lagen (innerhalb des Gürtels, Erstbezug) über 4000 Euro pro Quadratmeter hinlegen und findet man auch in Randlagen kaum etwas unter 2000 Euro, zahlt man in Berlin 3000 Euro in guten und 1500 Euro in Randlagen. Auch in Frankfurt oder Dortmund gibt es billigere Wohnungen zu kaufen als in Wien. Nur Köln liegt bei den Preisen etwa gleichauf.

In den vergangenen Jahren hat Wien deutlich aufgeholt. Dieser Trend dürfte anhalten, meinen EHL-Geschäftsführer Michael Ehlmaier und Buwog-Chef Gerhard Schuster. Ursachen sind die wachsende Bevölkerung und die steigende Zahl von Singlehaushalten sowie die geringe Neubautätigkeit. Ehlmaier erwartet, dass sich Eigentumswohnungen heuer erneut um drei bis vier Prozent verteuern werden und auch Mieten bei neuen Verträgen etwas stärker als die Inflation steigen werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.03.2013)