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Abzocker-Initiative: Firmen wollen Schweiz verlassen

AbzockerInitiative Firmen wollen Schweiz
Symbolbild(c) dapd (Steffi Loos)
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Der Schweizer Wirtschaftsdachverband, warnt vor einer Abwanderungswelle. "Pläne zum Wegzug sind ausgearbeitet", sagt Präsident Wehrli.

Die Schweizer "Abzocker-Initiative" über Millionenvergütungen für Spitzenmanager wurde am Wochenende mit einer Zweidrittel-Mehrheit angenommen (mehr dazu...). Die "Volksinitiative gegen die Abzockerei" will erreichen, dass künftig die Aktionäre eines Unternehmens über die Gehälter an der Spitze entscheiden. Das bleibt nicht ohne Folgen: Nun planen offenbar mehrere internationale Unternehmen die Schweiz zu verlassen. "Die Pläne zum Wegzug sind ausgearbeitet", sagte economiesuisse-Präsident Rudolf Wehrli in der "Rundschau" von SRF 1 vom Mittwochabend. Es handle sich dabei um "mehrere große Unternehmen", sagte der Präsident des Wirtschaftsdachverbands.

"Ich weiß aus meinen konkreten Gesprächen, die ich mit Führungsspitzen von großen, börsenkotierten Firmen führe, dass das durchaus reale Szenarien sind, die da geprüft werden. Es ist aber ganz selbstverständlich, dass diese Firmen das nicht im Vorfeld der Öffentlichkeit erzählen. Sie warten jetzt die nächsten paar Monate der Entwicklung ab. Aber die Pläne zum Zügeln sind ausgearbeitet."

Wird "Golden Handshake" verboten?

Tatsächlich soll der "Goldene Handschlag" beim Weggang aus einem Konzern ebenso verboten werden wie Begrüßungsmillionen vor dem Beginn eines Arbeitsverhältnisses. Auch Prämien bei Firmenkäufen oder -verkäufen soll es nicht mehr geben. Ein vom Parlament erarbeiteter Gegenvorschlag verfolgte ähnliche Ziele, ging aber weniger weit und ließ den Unternehmen mehr Spielraum. Dieser Vorschlag ist aber durch die Annahme der Volksinitiative hinfällig.

"Sie haben Optionen, wo sie hingehen wollen", sagte Wehrli nun. Namen von Unternehmen wollte er selber im "Rundschau"-Beitrag auf Nachfrage hin nicht nennen. Zur Niederlage von economiesuisse am Sonntag in der Abstimmung zur Abzocker-Initiative räumte Wehrli ein, der Wirtschaftsdachverband habe ein Glaubwürdigkeitsproblem. Es gebe aber "keinen Grund für ein Köpferollen". Die Führungsmannschaft werde nicht ausgewechselt. "Wir liegen nicht am Boden", sagte Wehrli.

(APA/sda)