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FDP-Chef Brüderle hält Euro-Austritt Italiens für möglich

Rainer Bruederle
AP
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Rainer Brüderle denkt laut über einen Euro-Austritt Italiens nach. Das wäre wohl das Ende der Währungsunion, warnt der "Wirtschaftsweise" Schmidt.

Der Fraktionschef der deutschen FDP, Rainer Brüderle, hält nach der Wahl in Italien einen Austritt der drittgrößten Euro-Volkswirtschaft aus der Währungsunion für möglich. Es könne sein, "dass sie rausgehen", sagte Brüderle am späten Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Italien müsse selbst entscheiden, ob es sich bei der gemeinsamen Währung anpassen wolle: "Und wenn sie das nicht wollen, müssen sie die Konsequenzen ziehen." Die Alternative zu einem Euro-Austritt sei, dass Italien drastische Maßnahmen ergreife. Die Entscheidung liege bei Italien. Das Land gehe nicht pleite, es werde die Kraft haben. Er mache sich viel mehr Sorgen um Frankreich, so Brüderle.

Schmidt: "Eurozone würde das nicht überleben"

Der neue Vorsitzende der deutschen "Wirtschaftsweisen", Christoph Schmidt, warnte vor den Folgen eines Euro-Austritts: "Wenn Italien ausscheiden sollte, würde die Währungsunion wohl nicht überleben", sagte der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsforschungsinstituts (RWI) der "Welt".

Schmidt befürchtet, dass Investoren im Falle eines Austritts die Integrität der Währungsunion insgesamt infrage stellen werden: "Das kann schnell zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung werden", sagte der Ökonom. Er forderte die Krisenländer der Eurozone auf, an ihrem Reformkurs festzuhalten. Auch für Frankreich hält er dies für geboten: "Ich würde Frankreich noch nicht als kranken Mann Europas bezeichnen. Aber es besteht die Gefahr, dass uns dieses Land noch große Sorgen bereiten könnte."

SPD: "Brüderle trägt zur Destabilisierung bei"

Die SPD kritisierte Brüderles Äußerungen als "unverantwortlich". Damit disqualifiziere dieser sich erneut für eine politische Spitzenposition, sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß. "Mit seinen Äußerungen hat Brüderle bereits in den vergangenen Jahren öfter zur Destabilisierung der Situation der Eurozone beigetragen", kritisierte Poß.

(APA/dpa)