David Bowie: Ewige Abenddämmerung

David Bowie Ewige Abenddaemmerung
David Bowie Ewige Abenddaemmerung(c) EPA (MAURIZIO GAMBARINI)
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Nach zehn Jahren Pause hat David Bowie ein neues Album publiziert: Auf „The Next Day“ sehnt er sich u.a. nach dem alten Berlin und der Stimme der Jugend.

„Heat“. Die meisten Songs auf Bowies „Next Day“ sind gut, aber lauwarm. Der letzte nicht. Er heißt „Heat“ und ist kalt wie eine interstellare Staubwolke. „The Songs of Dust“ singt Bowie zu dunklem Grieseln, mit der tränenerstickten Stimme, die er einst auf „Low“ und „Heroes“ kultiviert hat: „The world would end, the night was always falling.“ In dieser ewigen Abenddämmerung bleibt von seiner Person, seinen Personen nicht viel: „I don't know who I am.“

Ein Satz wird mehrfach wiederholt, ein rätselhaftes Mantra: „My father ran the prison.“ Dann doch eine Selbstfestlegung: „I am a seer, and I am a liar.“ Zunächst begleitet ihn nur ein wandernder Bass, dann eine Gitarre, dann ein eisiges Streichquartett, das ihn umkreist wie einst die Stimmen in „Rock'n' Roll Suicide“. Doch diesmal ruft niemand „You're wonderful“. Am Ende bleiben nur die Gitarre und der Staub.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2013)

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