Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Schnellauswahl

Die „grüne“ Oper in Linz

(c) APA/RUBRA (RUBRA)
  • Drucken

Neues Musiktheater. Das Haus am Volksgarten eröffnet am 11.April. Erste Premiere: eine Oper von Philip Glass nach einem Handke-Text.

Das „modernste Opernhaus Europas“ hat sich Linz gegönnt. Mehr als 1200 Zuschauer finden im großen Saal des Musiktheaters am Volksgarten Platz, das am 11.April eröffnet wird. Die Bühnentechnik – eine Drehbühne mit 32 Meter Durchmesser im Zentrum – erfüllt alle Ansprüche eines modernen Theaterbetriebs, der nach Linzer Tradition weiterhin mehreren Sparten gewidmet sein soll. Zum Einstand gibt es vom 11. bis 13.April eine Freiluftshow der Truppe Fura dels baus namens „Ein Parzival“ (zu Musik von Wagner, mit Kletterern, Tauchern etc.) als eine Art „szenische Klangwolke“ zu bestaunen. Am 12.April hat ein neues Musiktheater-Werk von Philip Glass nach einem Text von Peter Handke Premiere („Spuren der Verirrten“), es inszeniert der Bregenzer Festspiel-Intendant David Pountney, Dennis Russell Davies dirigiert das Bruckner Orchester. Am 13. folgt die österreichische Erstaufführung des Musicals „Die Hexen von Eastwick“ nach dem Roman von John Updike.

Fortgesetzt werden die Eröffnungs-Festivitäten mit der Präsentation der jüngsten Kreation von Ballett-Chef Jochen Ulrich, „Campo Amor“ und einer „Showtime“ mit dem Musicalensemble des Landestheaters. Am 15.April zeigt die Operntruppe Richard Strauss' „Rosenkavalier“, am 17. wird „Odeon“, das neue Werk der Wiener Elektronikkünstler Tosca (Richard Dorfmeister und Rupert Huber), uraufgeführt. Bis zum Sommer folgen noch u.a. die „Opernmaschine“ von Peter Androsch, ein Auftritt des exaltierten Geigers Nigel Kennedy und ein Gastspiel des Nederlands Dans Theater2.

Die Betreiber des neuen Hauses legen Wert darauf, dass das Gebäude nach den umweltfreundlichsten Kriterien – wie sie die EU ab 2019 verbindlich vorschreibt – errichtet wurde und die zeitgemäßen Technologien der Fotovoltaik, Solarenergie und Fernwärme einbezieht. Dieses „grüne Theater“, entworfen vom britischen Architekten Terry Pawson, soll ein breit gestreutes Programm bieten. Der Finanzierungsrahmen betrug 150 Millionen Euro, wovon 84 Millionen an oberösterreichische Auftragnehmer vergeben werden konnten, weitere elf Millionen an heimische Betriebe. Spatenstich war im April 2009. Mit der Eröffnung endet nun eine Debatte über Notwendigkeit und Standort des Musiktheaters, die in Oberösterreich über drei Jahrzehnte geführt wurde. So hatten 2000 bei einer Volksabstimmung circa 60 Prozent der Oberösterreicher gegen den Opernbau in Linz gestimmt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2013)