Die erste Tranche von 50 Mio. Euro wird bis Juni an den Bund zurückfließen. Insgesamt hat der Bund 550 Mio. Partizipationskapital in der Bank stecken.
Die Bawag beginnt jetzt mit der vorzeitigen Rückzahlung der Staatshilfe. Bank-Chef Byron Haynes kündigte am Mittwoch an, im zweiten Quartal eine erste Tranche von 50 Millionen Euro zu tilgen. Das hat der Aufsichtsrat am Dienstag beschlossen. Der Bund hat seit 2009 insgesamt 550 Millionen Euro Partizipationskapital in der Bawag P.S.K. stecken.
Haynes äußerte sich vor den Medien heute "glücklich darüber, als erste Bank in Österreich mit der Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals beginnen zu können". Nach der ersten Tranche sollen in den nächsten Jahren zügig die restlichen Staatsgelder an die Republik zurückfließen. In die Lage einer vorzeitigen Rückzahlung versetzt sieht sich die Bawag nach einer im Dezember erfolgten Kapitalstärkung. Die kam vom US-Haupteigentümer Cerberus und mit dem Einstieg eines neuen amerikanischen Aktionärs, des US-Fonds Golden Tree.
Die Bawag hat sich zudem vom Liquiditäts-Tropf der Europäischen Zentralbank (EZB) abgekoppelt. Der Bawag-Vorstand gab bekannt, dass im Februar die "EZB-Fazilitäten" (LTRO) rückgeführt werden konnten. Die Bawag hatte sich in zwei Zuteilungstranchen insgesamt zwei Milliarden Euro billiges EZB-Geld geliehen. Diese Gelder gab sie nun zur Gänze zurück.
Erste und Raiffeisen noch ungewiss
Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise erhielten fünf österreichische Institute staatliches Partizipationskapital: Bawag (550 Millionen Euro), Erste Bank (1,224 Milliarden Euro), Hypo Alpe Adria (275 Millionen Euro), Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG (300 Millionen Euro) und Raiffeisen Zentralbank (1,75 Milliarden Euro). Dafür zahlen Bawag, RZB und Erste Bank dem Bund eine jährliche Dividende von acht Prozent.
Von Zinszahlungen oder gar Tilgungen von Staatseinschüssen ist hingegen bei den drei staatlichen bzw. teilstaatlichen Problembanken Hypo Alpe Adria, Volksbanken AG (ÖVAG) oder Kommunalkredit-Bad Bank keine Rede. Bei Hypo und ÖVAG verlor der Steuerzahler durch Kapitalschnitte insgesamt schon über eine Milliarde Euro, die KA Finanz musste vom Eigentümer Republik voriges Jahr nach dem Griechenland-Schuldenschnitt teuer rekapitalisiert werden.
Die Erste hat vor zwei Jahren angekündigt, früher mit der Rückzahlung des staatlichen Partizipationskapitals anfangen zu wollen, dann aber davon Abstand nehmen müssen. Raiffeisen hat sich zu einem Zeitplan noch gar nicht geäußert, nur mehrfach durchklingen lassen, eher nicht vorzeitig abzahlen zu wollen.
In der Ersten sagte ein Sprecher heute, dass sich die Anforderungen an die Kapitalbestimmungen der Banken regelmäßig änderten. "Daher können wir jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen, wann wir das PS-Kapital als Ganzes oder in Teilen zurückzahlen werden", hieß es zur APA. Bei der RBIl wurden heute nur Vorstandsaussagen vom Jänner bekräftigt. Man habe 2012 eine Kernkapitalquote von 10,7 Prozent erreicht, womit man sich gut bewegen könne. Und es machte durchaus Sinn, das Partizipationskapital auch weiter zu nutzen, bis der Marktaufschwung wieder greife.
Ungarn für Bawag kein Thema mehr
Vom immer schwieriger werdende Bankmarkt in Ungarn hat sich die Bawag verabschiedet. Die Bank hat bei den letzten Kapitalerhöhungen bei der defizitären ungarischen MKB nicht mehr mitgezogen und ist dort so auf mittlerweile 1,34 Prozent zurückgefallen. In der Bawag-Bilanz 2012 wurde der verbliebene MKB-Anteil auf null abgeschrieben, sagte Bankchef Byron Haynes am Mittwoch bei der Jahrespressekonferenz in Wien. Die Restabschreibung kostete 25 Millionen Euro.
Die MKB gehört der Bayerischen Landesbank (BayernLB). Die Bayern mussten ihrem Sorgenkind in Ungarn wiederholt Geld nachschießen. Die BAWAG machte in den letzten Jahren nicht mehr mit, womit ihre MKB-Beteiligung verwässert wurde.
Keine weiteren Filialschließungen
Für das Geschäftsjahr 2012 weist die Bawag einen Nettogewinn von 107,3 Millionen Euro aus. Im Jahr davor waren es 122,5 Millionen Euro gewesen. Das ist ein Rückgang um 12,4 Prozent. Die Bank schließt heuer ein mehrjähriges Kostensparprogramm ab. Filialen will der Vorstand nicht schließen, wurde heute betont. Im Filialnetz teilt sich die Bank größtenteils die Kosten mit der Post.
Der Rechtsstreit mit Linz ("Swap-Streit) hat die Bilanz 2012 der Bawag hingegen nicht belastet. Was 2011 schon vorgesorgt wurde, wurde nicht erläutert. Haynes zeigte sich trotz des Abbruchs des Mediationsvefahrens weiter offen für einen außergerichtlichen Vergleich. Notfalls gehe man aber durch alle Instanzen. Es geht um 450 Millionen Euro. Jeden Tag werde es für die Bewohner von Linz um 100.000 Euro teurer, so die Bawag. Man habe Linz gleich mehrfach angeboten, das Geschäft zu "restrukturieren".
(APA)