Der Kanzler zeigte sich in Kärnten zuversichtlich.
Klagenfurt (bene). Eine Lösung in der Kärntner Ortstafelfrage dürfte nun doch bevorstehen. Bei seinem Besuch in Klagenfurt berichtete Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am Montag, dass er gemeinsam mit den Volksgruppen und den Heimatverbänden einen gemeinsamen Weg vereinbart habe, auf dem man "in absehbarer Zeit" zum Ziel kommen kann.
Details wollte er nicht verraten, um eine Einigung nicht zu gefährden. Schüssel war lediglich die Äußerung zu entlocken: "Ich bin bereit, eine Lösung zu verordnen, die von allen relevanten politischen Kräften mitgetragen wird." Schüssel betonte, dass die Frage der Ortstafeln nur Teil eines Gesamtkomplexes ist, von dem viele Aspekte schon gelöst sind: "Die Zahl der Kärntner Kinder und Jugendlichen, die einen zweisprachigen Kindergarten oder eine zweisprachige Schule besuchen, hat sich in den letzten Jahren verdreifacht." Das Verhältnis zwischen der Minderheit und der Mehrheitsbevölkerung in Kärnten hat sich in den vergangenen Monaten nach Einschätzung Schüssels "wesentlich verbessert".
Zuvor hatten sich der Verfassungsgerichtshof und Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider eine Kontroverse geliefert, ob Bund oder Land für das Aufstellen der Ortstafeln zuständig ist.