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Wut im Inselstaat: "Zypern wurde geschlachtet"

Inselstaat Zypern wurde geschlachtet
Inselstaat Zypern wurde geschlachtet
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Demonstranten, Zeitungskommentatoren und auch der Erzbischof protestieren gegen die Zwangsabgabe für alle Bankkunden: "Eine Gemeinheit der Europäer".

Schätzungsweise ein Drittel der Einlagen bei Banken auf Zypern besitzen Ausländer, unter ihnen viele reiche Russen und Briten. Zypern steht im Ruf, ein sicherer Hafen für Schwarzgeld zu sein und wenig gegen Geldwäsche zu unternehmen. Die Zwangsabgabe aber trifft alle Bankkunden. Die Kritik auf Zypern ist groß.

"Zypern wurde geschlachtet", titelte am Sonntag die Zeitung "Charavgi". "Horrorszenarien für die Wirtschaft", hieß es in der Zeitung "Fileleftheros". Die Wochenzeitung "Machi" sah in ihrer Schlagzeile eine "Solidaritäts-Guillotine" über die Bankkunden niedersausen und die "Simerini" titelte: "Ungeordneter Rückzug angesichts des ungeordneten Bankrotts".

Harte Kritik kam auch vom Erzbischof der Insel, Chrysostomos. Er sprach von einer "Gemeinheit der Europäer" gegenüber seinem Land. Es müssten die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden, sagte das Kirchenoberhaupt in seiner Sonntagspredigt: "Das Volksempfinden verlangt, dass Einige ins Gefängnis gehen." Zugleich empfahl er den Gläubigen, Ruhe zu bewahren.

Für den Fall der Fälle bemühte man sich bereits um Schadensbegrenzung. Wie der staatliche Rundfunk meldete, sollen die Banken auch am Dienstag und sogar darüber hinaus geschlossen bleiben, sollte es keine Entscheidung geben. Damit soll ein befürchteter Massenansturm auf die Einlagen verhindert werden.

(APA/dpa)