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Vorsorge: Richtig sparen für die Kinder

(c) fabry
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Wer seinen Kindern den Start ins Erwachsenenleben versüßen möchte, kann schon bei deren Geburt anfangen zu sparen. Bei einem Anlagehorizont von 18 Jahren können auch Risken eingegangen werden.

Wien. Kaum geboren, schon steht die Matura ins Haus. Wie die Jahre doch verfliegen, vor allem, wenn man Kinder hat. Damit der Start ins Erwachsenenleben auch glückt, kann etwas Kapital nicht schaden. Umso besser, wenn dieses von Eltern oder Verwandten kommt. Wer bereits bei der Geburt des Kindes zu sparen beginnt, kann bis zu dessen Volljährigkeit eine Menge Geld anhäufen.

Zunächst gilt es jedoch, eine wesentliche Entscheidung zu treffen: Spart man das Geld im Namen seiner Kinder oder auf eigenen Namen? Wer sich für Ersteres entscheidet, dem sind bei der Veranlagung die Hände gebunden. Denn sobald Geld für Unmündige in deren Namen angespart werde, müsse es mündelsicher sein, wie Susanne Höllinger, Chefin der Kathrein Privatbank, erklärt.

Das bedeutet: Die Sicherheit der Veranlagung ist zwar hoch, besonders einträgliche Renditen sind aber nicht zu erwarten. Bei mündelsicheren Anlagen kann es sich um Sparbücher, Pfandbriefe oder Anleihen handeln. Alles keine Anlageklassen, die Reichtum versprechen. Eher im Gegenteil. Denn nach Abzug der Inflation bleibt oft nicht einmal mehr die Kaufkraft erhalten.

Der Vorteil mündelsicherer Anlagen besteht etwa darin, dass das Vermögen des Kindes nach dem Todesfall der Eltern nicht in die Erbmasse fließt. Zudem sind die Kinder ab Erreichen des 18.Lebensjahres automatisch voll verfügungsberechtigt. Das kann jedoch auch Nachteile haben: „Denn vielleicht ist der 18.Geburtstag eines Kindes nicht der beste Zeitpunkt für dieses, um mit größeren Geldbeträgen zu hantieren“, sagt Höllinger. Wer Gelder im eigenen Namen anspart, „hält im Gegensatz dazu so lange die Hand auf dem Geld wie nötig“, sagt Höllinger.

 

In Fonds investieren

Wer Geld für seine Kinder anlegen, aber nicht auf mündelsichere Papiere zurückgreifen will, hat mehrere Möglichkeiten. Peter Fuchsberger von der Schoellerbank empfiehlt aber vor allem eine: Fonds.

„Denn bei einem Zeitraum von 18 Jahren kann man Veranlagungen wählen, die mit höheren Wertschwankungen, aber auch höheren Chancen verbunden sind.“ Fonds seien deswegen geeignet, weil sie eine monatliche Einzahlung erlauben. Allerdings nur dann, wenn sie sparplanfähig sind. In diesem Fall werden laufend Fondsanteile hinzugekauft. „Einmal kauft man günstig, einmal kauft man teuer zu“, sagt Fuchsberger. Am Ende der Laufzeit könne so, zumindest theoretisch, ein guter Durchschnittskurs erzielt werden. Sein Geld in Einzelaktien zu stecken mag Anlegern zwar auch reizvoll erscheinen, ist aber mit Nachteilen verbunden. Denn das Risiko ist bei dieser Form der Geldanlage höher. Eine breite Streuung kann nur mit größeren Geldbeträgen erzielt werden. Bei Fonds ist hingegen schon „mit geringeren Beträgen eine große Streuung möglich“, sagt Fuchsberger.

Wer zudem häufiger in einen sparplanfähigen Fonds einzahlt, kann Schwankungen auf den Märkten leichter glätten als Anleger, die unregelmäßig Fondsanteile erwerben. Fuchsberger zufolge sei es sinnvoll, die Laufzeiten des Fonds in drei Abschnitte zu gliedern. In den ersten zwölf Jahren sollten Anleger vor allem die Chancen auf den Aktienmärkten nutzen. Im letzten Laufzeitdrittel sollte der Aktienanteil indes reduziert und Anleihen höher gewichtet werden.

Wer auf einen Schlag 10.000Euro anlegen will, dem rät Fuchsberger, sein Kapital aufzuteilen. 5000Euro könnten demnach in eine Wohnbauanleihe, die übrigen 50Prozent in einen Aktienfonds investiert werden. „Bei 10.000Euro würde ich es vermeiden, zu viele Wertpapiere zu kaufen. Erstens wird es sonst zu unübersichtlich, zweitens ist die Kostenbelastung zu groß“, sagt Fuchsberger.

 

Bausparvertrag als Alternative

Anleger, die Aktien nichts abgewinnen können, haben freilich auch die Möglichkeit, einen klassischen Bausparvertrag abzuschließen. Um eine Laufzeit von 18 Jahren zu erreichen, müsste das Kapital dreimal für die Dauer von sechs Jahren gebunden werden.

Bei einer monatlichen Einzahlung von 100Euro kommen laut Berechnungen der S-Bausparkasse nach 18 Jahren (bei einer fixen Verzinsung und einer Prämie von je 1,5Prozent p.a.) rund 24.195 Euro heraus. Bei einer variablen Verzinsung (jeweils drei Prozent im ersten Jahr, danach ein Prozent p.a.) summiert sich das Guthaben auf knapp 23.770 Euro. Bei einem fix verzinsten Einmalerlag (7200 Euro zu Beginn der 18-jährigen Laufzeit) erreicht der Kontostand (bei einem Zinssatz von 1,5Prozent p.a.) rund 9100 Euro.

Was Sie beachten sollten bei... der Geldanlage für Kinder

Tipp 1

Mündelsicher. Der Gesetzgeber verlangt, dass Geld für Unmündige besonders sicher („mündelsicher“) angelegt werden muss. Das schränkt jedoch den Anlagehorizont ein. Denn als mündelsichere Veranlagungen kommen nur renditearme Produkte wie Sparbücher, Pfandbriefe oder bestimmte Anleihen infrage. Falls eine andere Anlageform gewünscht ist, kann bei Gericht eine entsprechende Genehmigung beantragt werden.

Tipp 2

Einzahlung. Häufig stellt sich die Frage, ob monatliche oder einmalige Einzahlungen besser sind. Entscheiden sich Anleger für einen sparplanfähigen Fonds, ist die monatliche Einzahlung vorzuziehen. Der Vorteil besteht darin, dass so nicht nur in guten, sondern auch in schlechten Marktphasen nachgekauft werden kann. Unabhängig davon, wo die laufenden Einzahlungen landen, schadet es nicht, sie an die Inflationsrate anzupassen.

Tipp 3

Versichern. Wenn ein Kind auf die Welt kommt, sollten sich Eltern nicht nur Gedanken über Veranlagungsmöglichkeiten machen. Der Abschluss von Versicherungen ist teilweise ebenso sinnvoll. Vorab ist jedoch zu klären, ob Kinder bereits durch bestehende Verträge mitversichert sind. Manche Experten raten unter anderem zum Abschluss einer Unfallversicherung. Auch eine Krankenzusatzversicherung könnte von Nutzen sein.

Tipp 4

Erziehung. Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nicht mehr, besagt ein Sprichwort. Eltern können ihren Kindern in Sachen Geld zwar ein gutes Vorbild sein. Kinder müssen das Verhalten der Eltern aber nicht automatisch nachahmen. Um ihnen den Umgang mit Geld beizubringen, kann die Auszahlung von Taschengeld als eine geeignete Maßnahme betrachtet werden. Je älter die Kinder sind, desto höhere Beträge sollten sie auch erhalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2013)

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