Schlecker kauft sich mit Millionen von Prozess frei

Insolvenz. Die Schlecker-Familie einigt sich mit dem Insolvenzverwalter auf eine Millionenzahlung. Es geht um die Frage, wie das Geld zwischen den Gläubigern aufgeteilt wird.

Stuttgart/Ehingen. Im Streit um übertragenes Vermögen aus der früheren Drogeriemarktkette Schlecker haben sich Insolvenzverwalter und Familie auf einen Vergleich geeinigt. Die Familie von Anton Schlecker zahlt 10,1 Millionen Euro, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Dienstag mitteilte. Mit diesem Vergleich wird ein komplizierter Gerichtsprogress verhindert.

Laut dem Fachmagazin "Lebensmittel Zeitung" zahlt die Schlecker-Familie das Geld aus ihrem Privatvermögen. Im Januar des vergangenen Jahres hatte Meike Schlecker noch vor versammelter Presse erklärt, es sei "nichts mehr da".

Haften mit gesamtem Privatvermögen

Die Familie habe für die Restrukturierung bereits einen dreistelligen Millionenbetrag in das Geschäft investiert, hieß es damals. "Es ist kein signifikantes Vermögen mehr da, das dem Unternehmen hätte helfen können", erklärte Meike Schlecker.

Der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist damit beschäftigt, zwischen Privatvermögen und Firmeneigentum zu trennen. Firmengründer Anton Schlecker hatte beispielsweise das zwei Millionen Euro teure Privathaus an seine Frau übertragen, ein weiteres Grundstück an seinen Sohn Lars. Geiwitz möchte erreichen, das diese Geschenke zurückgezahlt werden. Anton Schlecker führte das Unternehmen als eingetragener Kaufmann, daher haftet er mit seinem gesamten Privatvermögen.

Prozess droht dennoch

Auch wenn der Prozess um das Privatvermögen damit abgewendet ist, könnte ein Gerichtsverfahren folgen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat wegen der Pleite der Drogeriemarktkette ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und 13 weitere Beschuldigte eingeleitet. Es geht dabei um den Verdacht der Untreue, Insolvenzverschleppung und des Bankrotts. Das Ermittlungsverfahren könnte auch Gläubigern helfen, ihre Ansprüche durchzusetzen, denn es erleichtert das Vorgehen. Neben Lieferanten gehören dazu beispielsweise auch ehemalige Mitarbeiter.

Logistiklager verkauft

Ein Jahr nach der Schlecker-Insolvenz sind die ersten Lager der Drogeriemarktkette verkauft worden. Für Grundstücke und Immobilien im baden-württembergischen Empfingen sowie im niedersächsischen Melle wurde jeweils ein regionales Unternehmen als Käufer gefunden, wie ein Sprecher von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Dienstag mitteilte. Geiwitz ist demnach zuversichtlich, in Kürze weitere Kaufverträge abschließen zu können. Bundesweit stehen den Angaben zufolge noch zwölf weitere Regionallager sowie das Gebäude der Konzernzentrale und das Logistikzentrum im schwäbischen Ehingen zum Verkauf.

Drogeriebranche durcheinandergewirbelt


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