Die kommende Saison. 2013/14 bringt glanzvoll besetzte Premieren, die Wiederkehr Otto Schenks und Neues im Netz.
Dominique Meyer lud, gut gelaunt ob einer erfreulichen Bilanz, zur Vorstellung der kommenden Staatsopern-Spielzeit. „Man meint bei einer solchen Präsentation, die laufende Spielzeit sei schon zu Ende. Das ist nicht der Fall“, kommentierte Meyer, „nach der ,Wozzeck‘-Wiederaufnahme“ – Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst kam wegen der Berg-Probe ein wenig zu spät zur Pressekonferenz – „folgen Wagner-Festspiele, ,Parsifal‘ und der ,Ring‘, danach noch ein neuer ,Tristan‘, alle dirigiert von Welser-Möst. Dazwischen gibt es noch Köstlichkeiten wie die Auftritte von Netrebko, Garanca, Fleming...“
Der finanzielle Rückblick weist die Staatsopern-Führung als höchst erfolgreich aus. „Wir haben am 17.März den Schnitt gemacht“, kommentierte Dominique Meyer, „seit einem Jahr haben wir eine Million Euro mehr aus dem Kartenverkauf erlöst.“ Die Sitzplatzauslastung konnte auf unglaubliche 99,21 Prozent gesteigert werden, Ballett inklusive. Meyer: „Man hat mir gesagt, Wien sei keine Ballettstadt. Unsinn. Wenn die Qualität stimmt, ist Wien natürlich Ballettstadt.“
Der Premierenreigen 2013/14 hebt am 5. Oktober mit Puccinis „Mädchen aus dem goldenen Westen“ unter Welser-Möst an. Marco Arturo Marelli inszeniert, die Minnie singt Nina Stemme, Jonas Kaufmann ist der Räuberhauptmann Dick Johnson, Tomasz Konieczny der Sheriff Jack Rance.
Christoph Eschenbach dirigiert eine neue „Zauberflöte“, die Moshe Leiser und Patrice Caurier am 17.November mit Benjamin Bruns (Tamino), Olga Pudova (Königin der Nacht), Anita Hartig (Pamina) und Brindley Sherratt (Sarastro) herausbringen. Neu inszeniert wird auch Antonin Dvořáks „Rusalka“ unter Jiři Belohlavek. Sven Eric Bechtolf verwandelt Michael Schade in einen Prinzen und Krassimira Stoyanova in die Nixe (26.Jänner).
Erstmals an der Staatsoper wird Francesco Cileas „Adriana Lecouvreur“ gespielt. Unter der Leitung von Eveline Pidó singen Angela Gheorghiu und Massimo Giordano. Regie: David McVicar (Premiere: 16.Februar). Andreas Homoki inszeniert Wagners „Lohengrin“ unter der musikalischen Leitung von Bertrand de Billy mit Klaus Florian Vogt als Gralsritter, Camilla Nylund als Elsa und Wolfgang Koch als Telramund (12.April).
Otto Schenk betreut Janáčeks „Schlaues Füchslein“, das, ausgestattet von Amra Buchbinder, mit Gerald Finley und Chen Reiss unter Franz Welser-Möst am 18.Juni Premiere hat. Eine Novität für Kinder komponierte Elisabeth Naske nach einem Text von Johanna von der Deken: „Das Städtchen Drumherum“ (Uraufführung: 26.Oktober).
Wiederaufnahmen und Neueinstudierungen gelten „Anna Bolena“ (mit Krassimira Stoyanova und Sonia Ganassi, 25.Oktober), „Peter Grimes“ (Ben Heppner, 23.November) und „Hoffmanns Erzählungen“ (Piotr Beczala, 23.Mai).
Die Ballett-Compagnie vervollständigt mit Nurejews klassischer „Schwanensee“-Choreografie in neuer Ausstattung (16.März) den Zyklus der drei großen Tschaikowsky-Ballette. Manuel Legris führt seine Tänzertruppe in Staats- und Volksoper 2013/14 zu 14 verschiedenen Produktionen und für Gastspiele nach Paris (Juli 2013) und nach Maskat/Oman.
Die Staatsoper im Internet
Als Neuerungen gibt es einen modernisierten Web-Auftritt der Staatsoper. Demnächst stehen die Besetzungslisten aller Vorstellungen von Hof- und Staatsoper seit 1869 online. Die Programmhefte gibt es seit Kurzem prinzipiell auch in einer englischen Ausgabe. Und das Untertitelungsservice ist um mehrere Fremdsprachen erweitert worden.
Ein „Streaming“-Projekt soll sicherstellen, dass in Hinkunft Vorstellungen der Staatsoper via Internet und TV weltweit übertragen werden können. Klassische TV-Übertragungen gibt es heuer noch von „Don Quixote“, „Tristan“ und „Capriccio“, wobei nicht nur mit dem ORF kooperiert wird.
Auf CD kommen „Lohengrin“ unter Karl Böhm und der „Ring“ unter Thielemann (DG) heraus.
Details unter www.staatsoper.at
("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2013)