Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Studie: Hersteller bauen in Elektro-Geräte Defekte ein

Studie Hersteller bauen ElektroGeraete
Studie Hersteller bauen ElektroGeraete(c) REUTERS (� Enrique Marcarian / Reuters)
  • Drucken

In Geräten wie Drucker oder Waschmaschinen sorgen offenbar immer häufiger Schwachstellen dafür, dass diese schneller kaputt gehen.

Hersteller von elektronischen Geräten wie Drucker, Kopfhörer, Waschmaschinen oder Elektrozahnbürsten sorgen offenbar immer häufiger für Schwachstellen in ihren Geräten, damit diese schneller verschleißen oder kaputt gehen. Eine Studie der Grünen-Bundestagsfraktion führe zahlreiche Produkte auf, bei denen die Industrie laut Experten täusche oder trickse, berichtete die "Saarbrücker Zeitung" in ihrer Mittwochsausgabe.

So würden Hersteller Bauteile verwenden, die einen frühzeitigen Defekt auslösten. Auch würden technische Tricks angewendet, um die Nutzungsdauer eines Gerätes zu verkürzen. Demnach sind etwa in Drucker Zähler eingebaut, die nach einer bestimmten Anzahl von gedruckten Seiten das Gerät lahmlegen. Stelle man den Zähler zurück, würden die Geräte problemlos wieder funktionieren. Bei Waschmaschinen wiederum könne man Türgriffe nicht mehr separat bestellen, sondern müsse die ganze Tür neu kaufen.

Teurer künstlicher Verschleiß

Die Leidtragenden sind laut dem Gutachten die Kunden, die in immer kürzeren Abständen neue Produkte kaufen müssten. Der künstliche Verschleiß koste sie mehrere Milliarden Euro im Jahr. Einer der Autoren, der Verbraucherexperte Stefan Schridde, sagte dem Blatt, er habe in den vergangenen Jahren an die 2000 Hinweise ausgewertet. Die Grünen-Politikerin Dorothea Steiner nannte die Strategie eine "Schweinerei". Frühzeitiger Verschleiß verursache "auch immense Müllberge". Die verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion, Nicole Maisch, forderte eine zügige Überarbeitung des "Gewährleistungs- und Garantierechts".

Kunden werden aber auch durch ständig neue Versionen von technischen Geräten zum Neukauf gebracht. Das verursache ein "hohes Maß an Intransparenz und Orientierungslosigkeit" bei den Konsumenten. Schridde will vor allem Problem-Bewusstsein schaffen: "Wir leben nicht in einer Wegwerf- Gesellschaft, wie immer gesagt wird, wir haben nur eine Wegwerf- Produktion."

Buchtipp:

Jürgen Reuß/Cosima Dannoritzer: "Kaufen für die Müllhalde", (orange-press, 2013)

Initiative gegen "geplante Obsoleszenz"

Der Ökonom Stefan Schridde hat eine Initiative gegen die "geplante Obsoleszenz" gestartet. Das Motto: "Murks? Nein Danke"

Auf der Webseite können Produkte gemeldet werden, die kurz nach Ablauf der Garantiezeit kaputtgegangen sind.

 

(APA/AFP)