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Hundstorfer spricht sich für mehr Urlaub aus

MINISTERRAT: HUNDSTORFER
APA/ROBERT JAEGER
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Nur wenige Menschen kommen wegen der hohen Mobilität auf sechs Wochen Urlaub. Für 2013 erwartet der Minister einen zähflüssigen Arbeitsmarkt.

SP-Sozial- und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer erwartet sich vom Arbeitsmarkt in Österreich 2013 keine großen Sprünge. Es werde eine "zähflüssige Entwicklung geben", sagte er am Freitag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Die gestern beschlossene Bildungsteilzeit-Neu und die Fachkräfte-Teilzeit "sollen helfen". Denn: "Egal in welchem Monat sie die Arbeitslosen- und Schulungsstatistik anschauen - immer haben 45 Prozent der Menschen ohne Job nur einen Pflichtschulabschluss", so Hundstorfer.

Hundstorfer brachte abgesehen von seinem Wunsch an die kommende Regierung, die Überstunden im Sinne eines Beschäftigungseffektes zu senken auch die Erhöhung des jährlichen Urlaubs von fünf auf sechs Wochen ins Spiel. Denn die hohe Mobilität der Arbeitnehmer brächte es mit sich, dass nur noch die wenigsten sechs Wochen Urlaub aufgrund der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit erreichten. Eine Senkung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich schloss er aus.

Jugendcoaching für "Problemkids"

Große Hoffnungen setzte der Sozialinister "vor allem in Weiterbildung und auch Umschulungen". Er rechne heuer mit 2000 Teilnehmern am Fachkräfte-Stipendium, für dessen Nutzung man vorher nicht arbeitslos sein muss und das mit Juli startet. Pro Jahr schätzte er die Kosten auf 22 Millionen Euro. Denn die mobile Welt gebe es auch in Österreich, nicht nur außerhalb. "Es ist oft besser, sich mit 40 Jahren neu zu orientieren", sagte Hundstorfer.

Um künftig weniger Arbeitnehmer in Österreich zu haben, die nur über den Pflichtschulabschluss verfügen, setzt Hundstorfer auf das "Jugendcoaching" für Schüler der achten und vornehmlich neunten Schulstufen. Es wurde 2011 in Wien und der Steiermark gestartet und wird nun österreichweit angeboten. Sozialpädagogen (nicht vom AMS) gehen in die Schulen und bekommen dort laut dem Minister "Problemkids" genannt, deren Zukunft unsicher sei.

Diese Jugendlichen werden dann betreut - heuer sollen es 30.000 sein. Bisher habe man 80 Prozent der Betreuten dazu gebracht, eine weitergehende Ausbildung zu starten. "Die 20 Prozent, die wir trotzdem noch verlieren, werden ein schwieriges Klientel sein." Jährliche Kosten: 27 Millionen Euro. "Die bezahle ich gern", sagte Hundstorfer dazu.

Sorge um Kärnten

Besondere Sorge äußerte der Arbeitsminister über das Bundesland Kärnten, das einen beschränkten Arbeitsmarkt habe und zuletzt mit "wöchentlichen Großpleiten" zu kämpfen habe. Gemeint waren Pago und Griffner Haus. "Wir werden uns bemühen diverse Aktivitäten zu setzen und Konstruktionen zu schaffen - wie überall anders auch."

Hundstorfer erwartete sich erst für das Jahr 2014, dass es wieder gleich viele Vollzeitjobs wie vor der Krise anno 2008 geben werde - im Jahresschnitt 2013 waren es immer noch um knapp 15000 Stellen weniger gewesen.

(APA)