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Hypo Alpe Adria: Staatliche Problembank Nummer eins

ARCHIVBILD/THEMENBILD: HYPO ALPE-ADRIA-BANK
APA/BARBARA GINDL
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Eine Zerschlagung der Hypo würde den Steuerzahlern sechs Mrd. Euro kosten. Die Bank sitzt noch immer auf einem Berg von 9,4 Mrd. an faulen Krediten.

Die Hypo Alpe Adria steht unter den mit Staatshilfe aufgefangenen Problembanken in halb Europa in der Auslage. Österreichs Bank- und Budgetverantwortliche hoffen, dass der Bank noch genug Zeit bleibt, sich geordnet vollständig abzuwickeln - sprich: dass die sechs zum Verkauf gestellten Balkantöchter nicht zu Zerschlagungspreisen wegmüssen. Ein Abverkauf binnen weniger Monate würde weiteres Kapital vernichten, lauten die Warnungen in Österreich, und neues Staatsgeld kosten. In Brüssel, wo die EU-Kommission vorgibt, bis wann die Bank abgewickelt sein soll, hat Österreich praktisch keine Mitstreiter, heißt es zur APA. Schon gar nicht aus Deutschland.

Die Hypo auf einmal zu zerschlagen - also zu schließen - würde aus heutiger Sicht mindestens sechs Milliarden Euro kosten, wird im Hypo-Umfeld befürchtet. Unter anderem weil Haftungen schlagend und konzerninterne Finanzierungen umfallen würden. Zur Zeit wird heftig um den Abwicklungszeithorizont gerungen. Dazu gab es am Freitag ein Spitzengespräch der österreichischen VP-Finanzministerin Maria Fekter mit EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia in Brüssel. Offizielles Ergebnis: Es soll zunächst auf Expertenebene weiter verhandelt werden. Fekter hoffte heute auf ein gutes Ende des Beihilfeverfahrens. Es geht um viel Steuergeld.

Hypo Alpe Adria - Problembank auf einen Blick
APA

Kärnten haftet für Milliarden

Von den seit Ende 2008 geflossenen Geldern (cash-kapitalwirksam, ohne Haftungen) stammten bis Ende des Jahres 2012 gut 2,2 Milliarden Euro vom österreichischen Steuerzahler, bis auf 180 Millionen Euro (die Kärntner "Mitgift" bei der Zwangsverstaatlichung) alles vom Bund. Dies noch ohne die für heuer budgetierten 700 Millionen Euro, die im Bundesbudget wieder für die Hypo reserviert sind. Würden auch die realisiert, machte das dann rund 2,9 Milliarden Euro an österreichischen Steuergeldern für die Bank.

Nicht eingerechnet sind dabei 16,5 Milliarden Euro öffentliche Haftungen für Anleihen, überwiegend Haftungen des Landes Kärnten für die ehemalige Landesbank. Vom ersten staatlichen Partizipationskapitaleinschuss von 900 Millionen Euro im Jahr 2008 musste der Großteil abgeschrieben werden. Die Hypo Alpe Adria hatte 2012 - im dritten Jahr nach der Notverstaatlichung - eine Bilanzsumme von 33,8 Mrd. Euro. Die Bank sitzt noch immer auf einem Berg von 9,4 Mrd. Euro an faulen Krediten. Im Gesamtkonzern waren zum Ultimo 7371 Leute beschäftigt. Die Bank unterhält 317 Filialen.

Südosteuropa-Töchter als große Belastung

Als zur Stunde unmöglich wertet der Vorstand den angeordneten Verkauf der Südosteuropa-Töchter: zwei in Bosnien und Herzegowina, je eine in Kroatien, Montenegro, Serbien und Slowenien. Sie stellen etwa ein Drittel der Gesamtbilanzsumme der Hypo, mehr als die Hälfte aller Beschäftigten, 80 Prozent aller Filialen sowie 90 Prozent aller Hypo-Kunden. Auf Abwicklung gestellt wurden indes Finanzierungstöchter unter anderem in der Ukraine, Bulgarien, Mazedonien, Ungarn und Deutschland.

Der Verkauf der Italien-Tochterbank (Udine) liegt offiziell auf Eis. Für die Österreich-Bank hoffte der Vorstand bis zuletzt noch sehr schnell einen Verkauf präsentieren zu können. Die reine Österreich-Bank hat nur 450 Mitarbeiter und 14 Filialen in Kärnten sowie Niederlassungen in Wien und Salzburg.

Im Dezember 2009 musste die Hypo Alpe Adria mit Hauptsitz in Klagenfurt als damals sechstgrößte Bank Österreichs verstaatlicht werden, da sie konkursreif war. Der Bund übernahm die Bank für symbolische drei Euro von den drei Alteigentümern Bayerische Landesbank, Land Kärnten und Grazer Wechselseitige.

 

(APA)