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Im Liegen, ohne Wasser, vor dem Essen: Wie man Medikamente (nicht) einnimmt

Man möchte gar nicht glauben, wie viele Fehler bei einer relativ einfachen Sache wie der Medikamenteneinnahme gemacht werden. Hier einige wichtige Tipps.

Bitte mit Wasser: Manche sind stolz, wenn sie ihre Tabletten ganz ohne Wasser schlucken können. Allerdings: Daraus kann eine Verätzung oder Blutung der Speiseröhre resultieren, weil die Tabletten nach dem Schlucken stecken bleiben können. Auch wirken gewisse Arzneimittel, vor allem Schmerztabletten mit den Inhaltsstoffen Acetylsalicylsäure oder Paracetamol und auch viele Antibiotika, nur dann richtig, wenn sie mit genügend Wasser genommen werden.


Nicht liegen: Auch für Bettlägrige gilt: Der Körper sollte mindestens 45 Grad aufgerichtet sein. Die beste Schluckhilfe zum Medikament ist und bleibt Wasser, am besten ein viertel Liter davon.


Blutdrucksenkende Mittel: Es ist nicht sinnvoll, alle blutdrucksenkenden Medikamente in der Früh zu nehmen. Schluckt man eines davon am Abend, reduziert man das kardiovaskuläre Risiko um bis zu 30 Prozent.


Vor dem Essen: Bei der Empfehlung „vor dem Essen einzunehmen“ werden viele Fehler gemacht. Gemeint ist nämlich nicht die Einnahme unmittelbar vor der Mahlzeit, sondern 30 bis 60Minuten davor.


Medikamentencocktail: Wer mehrere Arzneimittel einnehmen muss, sollte Arzt oder Apotheker immer zu möglichen Wechselwirkungen befragen. Die Gefahr steigt mit der Zahl der verschiedenen Arzneidrogen. Bei zwei Medikamenten ist im Schnitt eine Wechselwirkung möglich, drei Arzneispezialitäten können schon drei Interaktionen verursachen, und wer fünf verschiedene Präparate nimmt, muss bereits mit zehn Wechselwirkungen rechnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.04.2013)