Prognosen über Leerstand und Nachnutzung.
Es bringt uns nichts, wenn das Objekt leer steht", sagt Herbert Logar, Geschäftsführer der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) auf die Frage, ob man einem neuen Betreiber des Wiener IMAX-Kinos bei der Miete entgegenkommen werde. Der bisherige Betreiber hat seine Miete nicht bezahlt, die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf eine Million Euro. Die BIG sucht einen neuen Betreiber und verhandelt, wie berichtet, mit IMAX-Toronto und mit einem deutschen Betreiberkonsortium. Groß ist die Auswahl an potenziellen Gebäudenutzern nicht: Das Gebäude anders zu nützen als als Kino, ist schwierig.
Umbau ist zu teuer
Ein Problem, das das 3-D-Kino mit allen Kinogebäuden teilt: Die Nachverwertung ist nicht leicht. "Mit schrägen Böden kann man nichts anfangen", sagt Franz Weisgrab von Colliers Columbus Austria. Freilich könne man Säle als Hörsäle (wie in der Shopping City Nord) oder Großkinos als Veranstaltungszentren nützen. Es fehle dann aber die dazugehörige Infrastruktur. "Im Umfeld gibt es ja nichts außer andere Kinosäle."
Seit Jahren steht das Gebäude des ehemaligen Wiener Großkinos UCI in der Lasallestraße leer. Das Gebäude gehört einem deutschen Fonds, der es jetzt als Veranstaltungszentrum entwickeln will. "Natürlich könnte man es auch mit viel Geld zu einem Bürohaus umbauen, aber das würde sich kaum rentieren, sagt Andreas Ridder von CB Richard Ellis.
Kinos sind keine gefragten Immobilien. Investoren, die ein Einkaufszentrum kaufen, nehmen lieber eines ohne. "Kinos bringen Einkaufszentren wenig", weiß Ridder. Vor allem in Österreich, wo die Geschäfte am Abend geschlossen haben. "In Osteuropa ist das etwas besser, da gehen die Leute vor dem Film einkaufen." In Wien gebe es keinen Bedarf mehr an Kinos. Dennoch soll im September die "Lugner Kino City" im 15. Wiener Gemeindebezirk ihre Pforten öffnen.
"Drei bis vier der zehn Wiener Großkinos werden übrig bleiben", prophezeit Weisgrab. Die anderen werden dann leer stehen - wie das in der Lasallestraße. In Zeiten der Euphorie habe man zu viele Kinos gebaut, die Filme, die Leute ins Kino locken, seien aber ausgeblieben. "Das ist wie beim Fußball: Wenn die Fußballer schlecht spielen, füllen sich die Stadien nicht."
Mieten stagnieren schon wieder
Optimistischer gibt sich Michael Ehlmaier von der CBP Immotreuhand. Das Schlimmste sei überstanden, meint er. Bis vor zwei Jahren seien die Kinomieten gefallen, jetzt stagnierten sie. Die Flurbereinigung habe sich schon vollzogen. "Die verbliebenen Betreiber haben erkannt, dass man Kinos bewerben muss, mit Gutscheinen und Familienaktionen." Das neue Lugner-Kino sei kein Grund für Schwarzmalerei. "Das ist ja nur ein Kino unter vielen."
Kinomarkt. Was tut sich?
Die Lugner Kino City im 15. Wiener Gemeindebezirk soll im September ihre Pforten öffnen. Richard Lugner hofft, Zuschauer vom UCI im Millennium Tower und vom Apollo abwerben zu können. Die meisten Immobilienexperten glauben, dass der Markt bereits gesättigt ist. Anfangs gingen aber die meisten Kinos gut: Grund sei der Reiz des Neuen.
Das IMAX-Kino sucht einen neuen Betreiber. Der alte konnte wegen rückläufiger Besucherzahlen seine Miete nicht bezahlen.