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Erdbeben im Iran: Mindestens 30 Todesopfer

Beim Erdbeben in der Nähe von Buschehr sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.
Beim Erdbeben in der Nähe von Buschehr sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen.(c) EPA (MOHAMAD FATEMI)

Das Beben hatte eine Stärke von 6,3. Nahe des Epizentrums befindet sich das einzige Atomkraftwerk des Landes. Es soll nicht beschädigt sein.

Bei einem Erdbeben der Stärke 6,1 im Süden des Iran sind am Dienstag mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen und 800 weitere verletzt worden. Das Epizentrum des Bebens lag nach Angaben des iranischen Erdbebeninstituts in Kaki, knapp 90 Kilometer südöstlich der Küstenstadt Buschehr, wo das einzige Atomkraftwerk des Landes steht. Der Provinzgouverneur versicherte, dass die Atomanlage nicht beschädigt worden sei.

Die Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben in der Nähe des iranischen Atomkraftwerks Buschehr ist nach staatlichen Angaben (Stand von Mittwochfrüh) auf 37 gestiegen. Etwa 850 Menschen seien zudem verletzt worden, sagte der Gouverneur der Provinz Buschehr, Ferejdun Hassanwand, der Nachrichtenagentur Mehr.

Der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Mahmud Mosafar, zeigte sich vor Journalisten besorgt, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten. Die betroffene Gegend sei ländlich geprägt, weshalb weitere Schäden zu vermuten seien. Ein Dorf sei "zu 100 Prozent zerstört" worden, sagte Mosafar. Die Region Kaki hat rund 12.000 Einwohner.

Ein Krankenhausmitarbeiter in der Stadt Chormodsch sagte der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA: "Mindestens 20 Leichen sind in das Leichenschauhaus gebracht worden." Chormodsch liegt östlich von Buschehr.

"Kein Schaden" in Atomanlage

"An der Atomanlage von Buschehr wurde kein Schaden festgestellt", sagte Gouverneur Hasanwand. Das erste und bisher einzige iranische Atomkraftwerk war im Herbst 2011 nach jahrzehntelanger Bauzeit in Betrieb genommen worden. Auch der Chefingenieur der Anlage versicherte, es habe keine Störung des Betriebs oder der Sicherheit gegeben.

In der Erdbebenregion waren laut Fernsehberichten die Stromversorgung sowie Telefonverbindungen unterbrochen. Es habe gut ein Dutzend Nachbeben gegeben, das heftigste habe eine Stärke von 5,3 gehabt.

Erschütterungen auch in Emiraten zu spüren

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) ereignete sich das Hauptbeben um 16.22 Uhr Ortszeit (13.52 Uhr MESZ). Augenzeugen zufolge waren die Erschütterungen auch in Kuwait, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu spüren. In Bürogebäuden habe sich Panik breitgemacht.

Rettungskräfte wurden in die betroffene Region entsandt. Auch Sicherheitskräfte waren dorthin unterwegs. An Betroffene wurden Zelte, Decken und Nahrungsmittel verteilt.

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinandertreffen. Im Dezember 2003 waren bei einem Beben in der südlichen Stadt Bam 31.000 Menschen ums Leben gekommen - ein Viertel der dortigen Bevölkerung. Im August vergangenen Jahres starben im Nordwesten des Landes bei zwei Beben der Stärke 6,2 und 6,0 insgesamt 306 Menschen.

Grafiken der US-Erdbebenwarte (USGS)(c) EPA (USGS / HANDOUT)

Die Richter-Skala

Mit der internationalen Richterskala wird die Erdbebenstärke einheitlich bestimmt. Benannt wurde sie nach dem amerikanischen Seismologen Charles Francis Richter, der die Skala 1935 ausarbeitete. Es gelten folgende Kriterien:

Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar.
Stärke 3: nur selten nahe dem Bebenherd zu spüren.
Stärke 4-5: 30 Kilometer spürbar, leichte Schäden.
Stärke 6: Todesopfer und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen.
Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann.
Stärke 8: Groß-Beben

Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile.

(APA/AFP)