Die Uraufführung 1911 – mit der halb nackten Tänzerin Ida Rubinstein als Sebastian – war ein Skandal.
Bei der deutschen Erstaufführung 1952 in Köln war das verstiegene, zwischen religiöser Ekstase und sexueller Reizbarkeit schwebende „Martyrium des hl. Sebastian“ von Debussy und Gabriele D’Annunzio dann schon (konzertant!) ein ungefährlicher Kunstgenuss, mit Bernhard Minetti als Sprecher und Will Quadflieg als Titelheld.
Chor und Orchester des WDR schufen die Atmosphäre zwischen ätherischem Klangnebel und schmetternden Cäsaren-Trompeten. War es wirklich Debussys „Parsifal“? Jedenfalls ein höchst wertvolles Tondokument.
"Martyrium des hl. Sebastian" (Acanta 233675)