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Mobile Pflege: Spitäler sparen 263 Mio. Euro

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Mobile Pflege: Spitäler sparen 263 Mio. Euro(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
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Durch Pflege zuhause werden Falschbelegungen im Krankenhaus verhindert.

Wien/Win. Krankenhäuser profitieren am meisten von mobilen Pflegediensten. Das ergab eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien, die den gesellschaftlichen und ökonomischen Nutzen von Diensten wie Hauskrankenpflege oder Heimhilfe in Wien errechnet hat.

Das Ergebnis: Die Investitionen in die mobile Pflege in Höhe von 178 Millionen Euro jährlich (Stand: 2010) generieren einen Mehrwert von insgesamt 660 Millionen Euro. Demnach bringt jeder investierte Euro in mobile Pflege einen Gegenwert von 3,70 Euro. Eingerechnet werden u.a. Steuereinnahmen, geschaffene Arbeitsplätze und weniger verwahrloste Wohnungen.

Am meisten profitieren die Spitäler von der mobilen Betreuung. Diese ersparen ihnen Ausgaben in der Höhe von rund 263 Millionen Euro – durch verhinderte Procuratio-Fälle, also Fälle, in denen Patienten ohne medizinischen Grund im Krankenhaus betreut werden, und einen geringeren Verwaltungsaufwand. Danach profitieren am meisten die zu pflegenden Personen. Deren Nutzen (etwa längere Lebenserwartung, Kostenersparnis) wurde mit rund 163 Millionen Euro beziffert. Verlierer sind ausgerechnet die Anbieter der Dienste selbst, wie etwa die Caritas. Sie steigen mit einem Verlust von 1,2 Millionen Euro aus.

Eine Schwachstelle der Studie: Je nachdem, mit welchem Wert gerechnet wird (das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung wurde unter anderem mit der Anzahl der abgeschlossenen Pflegeversicherungen gemessen), variiert das Ergebnis. Auch Vergleichsstudien – etwa der Nutzen von Pflegeheimen – gibt es noch nicht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.04.2013)