Während E-Fahrräder boomen, haben vor allem Elektroautos noch große Probleme auf dem Markt.
Je kleiner das Fahrzeug, desto eher elektrisch. Diese Devise gilt zurzeit im heimischen Straßenverkehr. So erleben Elektrofahrräder hierzulande seit wenigen Jahren einen regelrechten Boom. Auch Elektromopeds finden sich – wenn auch nicht so oft wie Fahrräder – immer häufiger im Straßenbild. Elektroautos sind aufgrund vieler ungelöster Probleme jedoch immer noch Ladenhüter. Die Zahl der Neuzulassungen ging 2012 sogar zurück.
Rund 45.000 Elektrofahrräder wurden in Österreich 2012 verkauft – um 30Prozent mehr als 2011. Somit hat bereits jedes zehnte neu verkaufte Fahrrad einen Elektroantrieb an Bord. Der Grund für die Beliebtheit der E-Fahrräder ist schnell erklärt: Vor allem für Personen, die das Fahrrad als Fortbewegungsmittel und nicht als Sportgerät nutzen, ist der Elektromotor eine willkommene Hilfe auf längeren Strecken oder Steigungen. Da die Fahrräder auch leicht sind, müssen weder Motor noch Batterie besonders stark ausgeprägt sein. Der Akku kann meist mit in die Wohnung genommen und dort angesteckt werden. Und da es sich in der Regel um sogenannte Pedelecs handelt, bei denen der Motor ab 25km/h nicht mehr weiter beschleunigt, können sie auch ohne Kennzeichen oder Helmpflicht wie ein normales Rad gefahren werden.
Etwas seltener findet sich der Elektroantrieb bereits unter den Mopeds. Mit 763 verkauften Stück hatten 2012 3,5 Prozent aller hierzulande verkauften Mopeds einen Elektroantrieb. Das Problem für potenzielle Käufer ist oft die Ladeinfrastruktur. Nicht bei allen Modellen lässt sich der Akku zum Aufladen mitnehmen. Die Besitzer sind dann oft auf Ladestationen im öffentlichen Raum angewiesen, die es vielfach aber noch nicht gibt.
Die fehlende Ladeinfrastruktur ist auch eines der Hauptprobleme von Elektroautos. Anders als bei Mopeds, die meist nur in der Stadt gefahren werden, müsste diese bei Autos jedoch österreich- oder europaweit ausgebaut sein, um den Komfort konventioneller Fahrzeuge zu erhalten. Hinzu kommt die deutlich geringere Reichweite: Elektroautos kommen zurzeit meist nur auf Reichweiten von 120 bis 200 Kilometern, bevor sie wieder für Stunden an die Steckdose müssen. Daher wurden 2012 nur 427 Elektroautos zugelassen. Das sind 0,1 Prozent aller Zulassungen und weniger als 2011.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2013)