Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Augenzeugen: "So viele Menschen ohne Beine"

Trauer nach dem Anschlag in Boston
Augenzeugen: "So viele Menschen ohne Beine"Reuters
  • Drucken

Zuschauer und Läufer schildern dramatische Szenen nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon. Ein österreichischer Augenzeuge berichtet von "bangen Momenten".

Fernsehbilder zeigten am Montagabend dramatische Szenen: Der Zielbereich des Boston-Marathons war in Rauch gehüllt, unter den Zuschauern und Marathon-Teilnehmern brach Panik aus. Rettungskräfte versorgten Schwerverletzte.

"Wir rannten einfach um unser Leben", sagte die 18-jährige Laura Peterson der Nachrichtenagentur Reuters. Sie habe nur darauf gewartet, "dass mich die nächste Bombe trifft".

Gegenüber der "New York Times" sagte der 35-jährige Läufer Roupen Bastajian, der bei der Erstversorgung der Verletzten half: "Diese Läufer kamen gerade durchs Ziel und haben jetzt keine Beine mehr. Da sind so viele Menschen ohne Beine. Überall ist Blut".

Österreicher beschreibt "bange Momente"

Der Österreicher Josef Egger betreute ein Team von 10 Läufern aus Vösendorf und befand sich zum Zeitpunkt der Explosion 500 Meter vom Zieleinlauf entfernt. Er berichtete gegenüber "Ö3" von "bangen Momenten": Anfangs habe er nicht gewusst, ob alle Mitglieder seiner Reisegruppe wohlauf seien.

"Es hat einen ziemlichen Knall gegeben", so Egger. "Beim ersten habe ich mir noch nicht viel gedacht. Beim zweiten hat jeder entlang der Strecke Richtung Ziellinie geschaut. Man hat auch einen Feuerball gesehen und es hat nach Verbranntem gerochen. Da hat man gemerkt, dass etwas Gröberes passiert ist." Erst als nach einer Stunde alle Teilnehmer das rund einen Kilometer vom Ziel entfernte Hotel erreicht hätten, sei er sicher gewesen, dass niemand verletzt wurde.

78-Jähriger: "Streckenposten half mir über Ziellinie"

Einen 78-jährigen Marathonläufer riss die Explosion kurz vor der Ziellinie von den Beinen. Doch Bill Iffrig rappelte sich auf und schaffte es noch über die Ziellinie, wie ein Video des Sendres CNN zeigte.

>>> Video auf YouTube

"Es war eine riesige Explosion, es hörte sich wie eine Bombe an, die direkt neben mir explodierte", sagte Iffrig. "Die Schockwellen haben meinen ganzen Körper erfasst. Meine Beine fingen an zu zittern, aber ich habe keinen Schmerz verspürt." Er fiel zu Boden. Sofort sei ein Streckenposten bei ihm gewesen: "Er half mir über die Ziellinie, damit ich das Rennen beenden konnte."

(Red./APA/dpa)