Auszeit

Der Chef, der nicht auf Urlaub geht

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Die Sommerzeit ist prädestiniert dafür, freie Urlaubstage zu nutzen. Doch viele Führungskräfte schaffen es nicht, sich von der Arbeit zu distanzieren – oder wollen es nicht.

Die Abwesenheitsnotiz ist eingestellt, eine Übergabe-Mail verfasst, der Arbeitsplatz fein säuberlich aufgeräumt. Der Urlaub steht an, redensartlich ist dieser meist auch „wohlverdient“. Dennoch melden sich viele Chefinnen zu beruflichen Agenden – auch, wenn sie die Zeit nutzen sollten, um sich zu erholen. Sie bleiben erreichbar, überprüfen den Workflow und: können einfach nicht abschalten. „Vielen fällt es schwer, den Spannungszustand abrupt zu verändern“, erklärt die Psychotherapeutin und Juristin Sonja Rieder. Körperlich seien es zeitiges Aufstehen, der Arbeitsrhythmus und die Muskelanspannung. „Deshalb ist es wichtig, auch im Urlaub nach Tätigkeiten zu suchen, die ein ähnliches Energielevel verlangen“, sagt sie und meint damit sportliche Aktivität oder Erkundungstouren.

Energielieferant? Arbeit!

„Mir fällt es schwer, im Urlaub abzuschalten, weil die Arbeit ein wesentlicher Energielieferant für mich ist“, begründet Thomas Gaar, Geschäftsführer und Gründer von Coachfident, einem Netzwerk aus 80 Coaches, die bei der Potenzialentwicklung begleiten sollen. Der CEO bezeichnet sich selbst als Workaholic. „Ich arbeite seit zehn Jahren rund 70 Stunden pro Woche. Die Arbeit und mein ehrenamtliches Engagement erfüllen mich. Neue Projekte geben mir neuen Aufschwung und Elan, um abends, an Feiertagen – oder auch mal im Urlaub – weiterzuarbeiten“, so Gaar. Er habe sich lang eingeredet, keinen Urlaub zu brauchen. Und kennt den Reiz, am liebsten die ganze Zeit Mails zu checken. Dennoch: „Auch wir High-Performer sollten beachten, wie wichtig Pausen sind.“ Eine Möglichkeit für ihn ist es, in Auszeiten alle Apps in den Schwarz-Weiß-Modus zu stellen.

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