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"Umvolkungs"-Sager: Strache verteidigt Schnell erneut

Strache und Schnell im Jahr 2005
Strache und Schnell im Jahr 2005

"Die Linken haben sich in der Verdrehung des Vokabulars verbissen", sagt der FPÖ-Chef. Schnell habe den Begriff der Umvolkung nämlich verurteilt.

Heinz-Christian Strache hat  den Salzburger FPÖ-Spitzenkandidaten Karl Schnell erneut wegen dessen umstrittenem "Umvolkungs-Sager verteidigt. Der FPÖ-Bundeschef sieht demnach seinen Parteikollegen in Salzburg missinterpretiert.

"Die Linken haben sich bewusst in der Verdrehung eines Vokabels verbissen", so Strache am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz in Innsbruck. Schnell habe den Begriff der Umvolkung nämlich vielmehr verurteilt, sagt Strache. Im "Presse"-Interview mit Schnell hörte sich das so an: "Der EU-Abgeordnete Andreas Mölzer ist vor Jahren massiv angegriffen worden, weil er das Wort Umvolkung in den Mund genommen hat. Aber ich kann nur sagen: In gewissen Bereichen gibt es diese Umvolkung. Dass man sich dagegen wehrt, hat nichts mit Rechtsradikalismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun."

Strache behauptet außerdem, dass der Salzburger FPÖ-Chef klar verurteilt habe, was "die Schweine" während der NS-Zeit damals gemacht haben, so Strache. Zumindest in dem "Presse"-Interview kam das nicht zur Sprache. Schnell hält darin lediglich fest, er sei "kein Rechtsradikaler". Strache wiederholte am Donnerstag erneut, dass er und Schnell "keinen Bevölkerungsaustausch" wollen würden.

In einer ersten Reaktion hatte Strache bereits am Dienstag erklärt, dass "nicht der Begriff" das Problem sei, sondern "der Zustand". Über das Vokabel könne man diskutieren, aber es gehe darum, einen "schleichenden Bevölkerungsaustausch" aufzuzeigen, meinte der FP-Bundesparteiobmann auf "Ö1" und in der "Kronen-Zeitung".

Strache schloss am Donnerstag außerdem aus, dass es im Vorfeld der Nationalratswahl zu einem Ausländervolksbegehren kommen könnte. "Das würde soweiso wieder schubladisiert", erklärte der FPÖ-Chef. Hingegen werde die Nationalratswahl selbst zu einer Art Volksbegehren in dieser Frage werden.

Tirol: Strache gibt Platz zwei als Ziel aus

Für die Landtagswahl in Innsbruck hat Strache Platz zwei als Ziel ausgegeben. Auf eine mögliche Juniorrolle in einer Tiroler Koalition mit der ÖVP wollte sich Strache nicht festlegen, die FPÖ grenze aber keine Partei aus. "Ich kann mir auch einen blauen Landeshauptmann Gerald Hauser mit einem roten Landeshauptmannstellvertreter vorstellen", erklärte der Bundesparteiobmann. Daraufhin räumte der Tiroler FPÖ-Spitzenkandidat Hauser freilich ein, er habe  "seriöserweise nie den Landeshauptmannanspruch gestellt". Strache und Hauser betonten, dass die Umsetzung des "Rückübertragungsgesetze" mit Blick auf die Agrargemeinschaften eine Koalitionsbedingung der FPÖ in etwaigen Verhandlungen mit der Volkspartei darstellt.

(APA/Red.)

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