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Schweres Erdbeben in China: Mehr als 150 Tote

Schweres Erdbeben in China
Schweres Erdbeben in ChinaREUTERS
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Das Beben der Stärke 7,0 ereignete sich bei der südwestlichen Stadt Ya'an, wo es bereits 2008 ein Beben mit zehntausenden Toten gegeben hatte.

Peking. Wenn in der chinesischen Provinz Sichuan der Boden wackelt, werden sofort die Erinnerungen an das große Beben von 2008 wach. Damals starben in der Region von Wenchuan mehr als 90.000 Menschen, Hunderttausende wurden verletzt, Millionen verloren ihr Dach über dem Kopf. Am Samstagmorgen wurde die Region im Südwesten Chinas erneut von einem schweren Erdbeben erschüttert.

Laut chinesischen Behörden kamen mindestens 150 Menschen ums Leben. Mehr als 5000 Menschen wurden verletzt. Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge gab es die meisten Opfer in und um die Millionenstadt Ya'an, im dicht besiedelten Kreis Lushan. Dort muss sich in etwa 13 Kilometern Tiefe auch das Epizentrum befunden haben. Chinas Erdbebenwarte bezifferte die Stärke mit 7,0. Aus Angst vor Nachbeben schlossen die Behörden vorübergehend den internationalen Flughafen.

Chinas Staatsfernsehen zeigte am frühen Abend erschütternde Bilder aus der Region. Aufgenommen vom Hubschrauber sind Tausende von eingestürzten Häusern zu sehen, Straßen sind zerstört, überall liegt Geröll. Auf einem Platz vor dem Krankenhaus in Lushan sind tausende verletzte Menschen zu sehen, die medizinisch versorgt werden. Das Stromnetz ist in weiten Teilen unterbrochen, ebenso das Mobilfunknetz. „Ich bin erschüttert", sagt der Reporter. Er geht davon aus, dass die Zahl der Opfer noch deutlich steigen wird. Ganze Dörfer, die in Trümmern liegen, hätten die Rettungskräfte noch nicht erreicht.

Häuser unsicher gebaut. Vor allem auf dem Land in China sind die Häuser nach wie vor meistens von schlechter Substanz und nur mit Ziegeln errichtet. Beben der Stärke fünf lassen sie bereits wie Kartenhäuser zusammenbrechen. Stärke sieben löst in diesen Regionen Katastrophen aus.

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang ist noch am Morgen von Peking nach Ya'an gereist, um sich ein Bild vom Unglücksgebiet zu machen. Xinhua zufolge sind mindestens 2000 Rettungskräfte aus dem ganzen Land im Einsatz.

Erdbebenstärke

Bei der Messung von Erdbeben wird die Stärke der Bodenbewegung angegeben (Magnitude). Jeder Punkt bedeutet etwa eine Verzehnfachung der Bebenstärke.

Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben. Meist gilt:

- Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachzuweisen
- Stärke 3: nur nahe des Epizentrums zu spüren
- Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar
- Stärke 6: schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
- Stärke 7: starkes Beben, Katastrophen mit Toten
- Stärke 8: Großbeben; viele Opfer, schwere Verwüstungen

Mehr: Das Messen von Erdbebenstärken