Geld drucken ist gefährlich. Doch viel zu bequem, um nach Alternativen zu suchen.
GLOSSEDass es mit der Politik des billigen Geldes nicht immer so weitergehen kann, war allen Teilnehmern am IWF-Treffen am Wochenende klar. Dass die Notenbanken nicht plötzlich damit aufhören können, freilich auch. Es wäre also an der Zeit, langsam über Ausstiegsszenarien nachzudenken. Zumal die Gelder derzeit eher für Blasen auf Finanz- und Immobilienmärkten sorgen, statt die Wirtschaft anzukurbeln.
Beim IWF-Treffen verschob man dieses Nachdenken: Ein übermäßiges Vertrauen auf Geldpolitik solle vermieden werden, hieß es bloß. Denn im Vergleich zu Reformen ist Gelddrucken der bequemere Weg für die Staaten: Sie zahlen weniger Zinsen, kassieren aber dank Inflation höhere Steuern. Sie können real Sozialleistungen kürzen– und keiner protestiert. Falls doch, kann man noch immer den Spekulanten die Schuld geben.
beate.lammer@diepresse.com
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.04.2013)