Jim Skea, neuer Chef des Weltklimarates, startet in den neuen Job mit einem Paukenschlag. Allerdings der ungewöhnlichen Art.
Mit der Aussage im „Spiegel“-Interview „Die Welt wird nicht untergehen, wenn es um mehr als 1,5 Grad wärmer wird“ debütierte der neu gewählte Chef des Weltklimarates (IPPC) Jim Skea durch die Headlines. Damit scheint er Abstand zu Horrorszenarien zu nehmen, abgesagt hat der den Klimawandel aber nicht. Skea weiter: „Es wird jedoch eine gefährlichere Welt sein. Die Länder werden mit vielen Problemen kämpfen, es wird soziale Spannungen geben.“
Vergangene Woche wurde der Schotte bei der 59. Sitzung des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in Nairobi zum neuen Chef gewählt. Damit ist der Physiker der sechste Vorsitzende des Weltklimarats und folgt dem südkoreanischen Ökonomen Hoesung Lee nach. Die Zahl 1,5 ist zum Politikum avanciert und wird kaum noch emotionslos diskutiert. Mit seinem Sager wurde es kurz heiß, Kritik von einschlägigen Seiten wurde schnell laut – ein Sturm, der sich mittlerweile gelegt hat, werden seine „Ausgewogenheit“ und „Kompetenz“ doch von Klima- und Umweltkreisen geschätzt. Schließlich muss er die richtigen Worte finden und den Spagat zwischen Wissenschaft und Politik halten. Skea tritt mit Bedacht auf. Eine Nüchternheit, die zwischen Schreckensszenarien auffällt. Anders kennt man UN-Generalsekretär António Guterres, der erst vor Kurzem die „Ära des globalen Kochens“ ausgerufen hat. Die beiden Protagonisten sind sich aber nicht uneinig. Ein Handeln in puncto Klimaschutz sehen beide, die Verpackung ist anders.