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ORF: YouTube-Video wirbt für Refundierung

YouTubeVideo wirbt fuer Refundierung
Foto aus dem YouTube-Video(c) Screenshot: DiePresse.com
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Die Gebührenrefundierung wird 2014 nicht fortgesetzt. Der ORF kämpft weiter. Nun ist ein internes Werbevideo auf der Plattform YouTube aufgetaucht.

Die Redakteure haben es mit ihrem Protestvideo vorgemacht, nun folgt der ORF: Auf YouTube ist ein Video aufgetaucht, mit dem der öffentlich-rechtliche Sender um die Fortsetzung der Gebührenrefundierung wirbt. Der Hintergrund: Dem öffentlich-rechtlichen Sender wurden seit 2010 jene Gebühren, die ihm durch Befreiungen entgingen, refundiert. Diese Praxis wird jedoch in den kommenden Jahren nicht fortgesetzt, ergab der Ministerrat Mitte April, bei dem der Finanzrahmen bis 2017 beschlossen wurde.

Das YouTube-Video mit dem Titel "Refundierung" wurde am 3. Mai von einem User namens "lobentein" auf die Video-Plattform gestellt. Wer sich hinter dem Pseudonym versteckt? Das weiß auch ORF-Sprecher Martin Biedermann nicht, sagte er im Gespräch mit DiePresse.com. Das Video sei vor einigen Wochen entstanden, um bei Politikern, internen Veranstaltungen und in den Gremien Werbung für die Fortführung der Refunderiung zu machen. Außerdem sei der Clip im Haus verteilt worden. Dass das Video nun auf YouTube "geleakt" ist, darüber sei man nicht unglücklich, sagt Biedermann. "Das war nicht intern oder geheim".

Zu Beginn des fast vier Minuten langen Video heißt es deutlich: Wie der Post und der ÖBB stehe auch dem ORF die Refundierung zu. Dann wird vorgerechnet, wofür die 160 Millionen, die der ORF seit 2010 bekommen hat, verwendet wurden: 79,3 Millionen seien für die Produktion österreichischer Filme und Serien ausgegeben worden. 26 Millionen Euro seien an die neuen Spartensender ORF III und ORF Sport Plus gegangen. Mit 5,4 Millionen Euro sei die Barrierefreiheit des Progamms erhöht worden. Und 49,3 Millionen Euro gingen an den Posten "Vielfalt": Darunter werden so unterschiedliche Dinge wie das Radiosymphonieorchester (RSO) und die Landesstudios, aber auch Online-Aktivitäten subsumiert.

Dabei spart man nicht an Pathos: Zu sehen ist, wie Michael Haneke den Oscar für "Amour" bekommt. "Filmförderung macht Welterfolge erst möglich", lautet der Sprechertext dazu. Mit düsterer Musik untermalt weist man auch auf die Sparpakete der jüngeren Zeit hin. Seit 2007 seien 600 Stellen abgebaut, seit 2009 60,9 Millionen Euro eingespart worden, heißt es in dem Clip. Zitiert wird eine Studie, die der ORF im Jänner 2013 bei market in Auftrag gegeben hat. 73 Prozent seien demnach für eine Refundierung.

ORF setzt sich weiter für Refundierung ein

Es sei darum gegangen, plakativ noch einmal dazustellen, was die Fortführung der Refundierung für den ORF bedeuten würde, so Biedermann. Er hofft, dass das Video möglichst viele Leute sehen. Der ORF werde sich auf jeden Fall für die Fortführung der Refundierung einsetzen.

Die Chancen darauf stehen nicht besonders gut. Schlupflöcher für eine Lösung im Sinne des ORF gibt es aber - Umschichtungen innerhalb des Finanzrahmens sind durchaus möglich. Und bei der Nationalratswahl im Herbst werden die Karten ohnehin neu gemischt, eine neue Regierung könnte den Finanzrahmen auch ändern.

Die Refundierung

Dem öffentlich-rechtlichen Sender entgehen durch Gebührenbefreiungen für sozial schwache Haushalte etwa 57 Millionen Euro im Jahr.
In den vergangenen Jahren bekam der ORF 160 Millionen Euro vom Staat refundiert.
2010 und 2011 waren es noch jeweils 50 Millionen Euro, 2012 und 2013 jeweils 30 Millionen Euro. Laut derzeit gültigem Gesetz läuft die Refundierung mit Ende des Jahres aus.

(her)