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Griechische Ökonomen gründen Anti-Euro-Partei

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Theodoros KatsanevasEPA
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Die Bewegung "Drachme fünf Sterne" tritt dafür ein, dass alle südlichen Euro-Länder unter der Führung Italiens die Währungsunion verlassen.

Ökonom Hans-Werner Sinn und Komiker Beppe Grillo zählen zu den Paten der neuen griechischen Bewegung "Drachme fünf Sterne". Und auch der Gründer der Partei, deren primäres Ziel der Euro-Austritt ist, ist in Athen kein unbeschriebenes Blatt mehr: Theodoros Katsanevas war Mitbegründer der sozialistischen PASOK, für die er von 1989 bis 2004 im Parlament saß. Außerdem war er mit der Tochter des mittlerweile verstorbenen Ex-Regierungschefs Andreas Papandreou verheiratet.

Katsanevas, der an der rennomierten London School of Economics studierte und heute Wirtschaft an der Uni Piräus lehrt, gründete gemeinsam mit rund 200 Ökonomen und Intellektuellen die Euro-Austrittspartei. Er setzt sich dafür ein, dass die südeuropäischen Mitgliedsländer die Währungsunion geschlossen verlassen - idealerweise unter der Führung Italiens. Die Verbindung zu Italien spiegelt sich auch im Parteinamen wider. Dieser bezieht sich auf Beppe Grillos Protestbewegung "Fünf Sterne", die bei den Wahlen im Februar die meisten Stimmen erhalten hatte.

Sinn erfreut über Parteigründung

Außerdem beruft sich Katsanevas auf Hans-Werner Sinn, Chef des deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts Ifo. Sinn, der sich schon lange für einen Euro-Austritt Griechenlands ausspricht, sagte der "F.A.S.", es freue ihn, dass nach "Plan B" nun schon die zweite Partei für den Austritt Athens ist: "Das ist die einzige Chance, die das Land hat, wieder auf die Beine zu kommen." Dass die Griechen Italien gleich mitnehmen wollen, freut ihn weniger. "Wenn ich über Italien zu bestimmen hätte, würde ich die Austeritätspolitik wählen", so Sinn.

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Das ParteilogoEPA

Die letzten Parlamentswahlen in Griechenland gab es im Juni 2012, damals wurde ND-Vorsitzender Antonis Samaras Ministerpräsident gekürt. Aktuellen Umfragen zufolge ist die Mitte-Rechts-Partei Nea Demokratia (ND) mit rund 20 Prozent Zustimmung die populärste Partei, dicht gefolgt von der radikalen Linkspartei Syrzia.

Würde die Partei ähnlich gut abschneiden wie Grillos "Fünf Sterne", würde sie in Griechenland auf Platz eins liegen, berechnet die italienische Tageszeitung "La Repubblica". Dass das tatsächlich passieren wird, ist jedoch zu bezweifeln. Denn anders als Grillo war Katsanevas lange Zeit selbst Teil des politischen Systems, das die Schuldenkrise mitzuverantworten hat.

(sk)