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Ermittlungen: Das süße Zuckerkartell

Ermittlungen: Das süße Zuckerkartell
Ermittlungen: Das süße Zuckerkartell(c) APA (HARALD SCHNEIDER)

Die EU-Kommission bestätigt Hausdurchsuchungen beim Zuckerkonzern Agrana.

Brüssel/Wien/Gh/La. „Am 23. April gab es bei den Unternehmen Nordzucker, Südzucker und Agrana in unserem Auftrag Hausdurchsuchungen.“ Mit diesem Satz bestätigte ein Sprecher der EU-Wettbewerbsbehörde in Brüssel am Montag aktuelle Ermittlungen gegen den österreichischen Agrana-Konzern. Seit drei Jahren steht der Zuckerkonzern im Verdacht, Preisabsprachen getätigt zu haben. Bereits im September 2010 teilte die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) mit, dass zwischen der deutschen Südzucker, deren Österreich-Tochter Agrana und Nordzucker zwischen 2004 und 2008 Absprachen stattgefunden hätten. Seither läuft das Ermittlungsverfahren. Die BWB stellte einen Strafantrag in Höhe von 27,85 Millionen Euro. „Laufende Verfahren werden von uns nicht kommentiert“, sagte Agrana-Sprecher Markus Simak auf Anfrage der „Presse“. Auch zur Hausdurchsuchung im Auftrag der EU-Behörden gab sich Agrana bedeckt.

Im Fall des „süßen Kartells“ bedienen sich die Ermittler eines Kronzeugen. In diese Rolle schlüpfte offensichtlich der Nordzucker-Konzern. Gegen das Unternehmen wurde kein Antrag auf Bußgeld gestellt.

Laut Ermittlungen soll es halbjährliche Treffen gegeben haben. Bei den diskreten Gesprächen in London oder Paris sei man der Pflege des Gebietskartells nachgegangen. Der österreichische Markt sei so über viele Jahre abgeschottet worden, sagte die BWB.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2013)