Dem lettischen Grenzschutz zufolge schleust Weißrussland illegal Flüchtlinge über die Grenze ins benachbarte EU-Land Lettland. In der Hauptstadt spricht man indes von einer „Provokation“.
Bei dem Übertritt von Belarus in die EU sollen die dortigen Sicherheitskräfte sogar den von Lettland errichteten Zaun beschädigt haben, wie der Grenzschutz in Riga am Montag mitteilte. Nach dem Grenzübergang soll das im Zaun entstandene Loch provisorisch geschlossen worden sein, um eine Rückkehr nach Belarus zu verhindern. So spricht der lettische Grenzschutz in einer Mitteilung von „einer weiteren Provokation“ und veröffentlichte mehrere Bilder, die den Vorfall am Sonntag belegen sollen. Alle Grenzgänger seien aufgriffen und an der illegalen Einreise nach Lettland gehindert worden, hieß es weiter.
Lettland hat eine rund 172 Kilometer lange Grenze zum autoritär regierten Belarus - ein enger Verbündeter Russlands. Der Baltenstaat wirft dem Nachbarland und dessen Machthaber Alexander Lukaschenko vor, in organisierter Form Geflüchtete aus Krisenregionen an die Grenze zu bringen. Im Spätsommer 2021 eskalierte die Situation an der EU-Außengrenze. Tausende Menschen versuchten, illegal in die Europäische Union zu gelangen.
Das Land zwischen Estland und Litauen reagiert mit einer verstärkten Überwachung der Grenze und dem Bau eines Zauns. Im August 2021 verhängte die Regierung in Riga den Ausnahmezustand in der Grenzregion und ermächtigte den Grenzschutz, Flüchtende abzuweisen. Nach Behördenangaben wurden in Lettland in diesem Jahr bisher fast 5.300 Personen daran gehindert, illegal die Grenze zu überqueren. (APA/ere)