Heiliger Geist Ischias

Pfingsten ist jenes Fest, bei dem man die Ankunft des Heiligen Geistes bei den Gläubigen feiert.

Pfingsten ist jenes Fest, bei dem man die Ankunft des Heiligen Geistes bei den Gläubigen feiert – im Original waren's jene Anhänger Christi, die dieser kurz nach seinem Tod hatte, und wie da in der Apostelgeschichte vom „Brausen im Himmel wie von einem gewaltigen Wind“ die Rede ist, von „Feuerzungen“ und dass alle Jünger jäh in fremden Sprachen gesprochen hätten, das fand ich immer faszinierend. Heute ist Pfingsten aber oft so eine Sache – etwa in unsrem Dorf im südöstlichen Niederösterreich. In dieser herrlich urbanfreien Zone steigt zu Pfingsten stets ein wildes, dreitägiges Zeltfest mit Fahrvergnügen, Ein-Euro-Drinks und Musik, die fast nur aus Bässen besteht; Sonntagfrüh gegen vier, über den Wald im Osten kroch das Tageslicht, konnte man das neuzeitliche Brausen im Himmel immer noch hören: „N-pf-n-pf-n-pf!“Montagfrüh war das ebenso, und statt der Feuerzunge schoss mir dann der Ischias ein, worauf ich zumindest in vielen Zungen fluchte.

Montagvormittag wurde am Festplatz dann ganz reuig die Feldmesse gefeiert, und mir fiel ein, dass der neue Papst Franziskus am Tag seiner Wahl von einem ziemlichen Hexenschuss geplagt worden ist. Nun ja, so kam eben der Ischias über uns beide und dann wird das wohl ein gutes Zeichen sein. 


E-Mails an: wolfgang.greber@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.05.2013)

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