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Deutscher Geheimdienst sagt Assad-Vormarsch voraus

Kämpfer in Syrien
Deutscher Geheimdienst sagt Assad-Vormarsch vorausEPA

Der BND revidiert seine Einschätzung der Lage im Bürgerkrieg. Die Regimetruppen könnten heuer weitere Regionen des Landes zurückerobern.

Die Truppen von Syriens Machthaber Bashar al-Assad sind nach Einschätzung des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) so stark wie lange nicht. Das berichtet das Nachrichtenportal "Spiegel Online" am Mittwoch. BND-Präsident Gerhard Schindler habe in einer geheimen Sitzung ausgewählte Sicherheitspolitiker von seiner Einschätzung unterrichtet. 

Noch Mitte März hatte Schindler in einem Interview gesagt, eine Niederlage Assads sei sicher. Zwar könne kein Datum genannt werde, "aber für uns steht fest, das Regime Assad wird am Ende verlieren". Inzwischen würden die Regierungstruppen aber wieder über funktionierende Nachschubwege für Waffen verfügen, auch die Versorgung mit Treibstoff für Panzer und Flugzeuge laufe wieder, sagte Schindler nun laut "Spiegel Online". Zwar habe der syrische Staatschef kaum Chancen, die Aufständischen zu besiegen, er könne sie aber in Schach halten und sogar verlorenen Boden zurückgewinnen. Erfolgreiche Offensiven der Regierungstruppen gegen Einheiten der Rebellen seien jederzeit möglich.

Die Regierungstruppen haben jüngst mit Unterstützung der libanesischen Hisbollah-Miliz im Westen des Landes eine Großoffensive gegen die Stadt Al-Qusayr  begonnen, die seit mehr als einem Jahr von den Rebellen gehalten wurde. Die Großstädte Damaskus, Aleppo und Homs sind zwar weiterhin umkämpft, doch konnten die Aufständischen hier zuletzt kaum Boden gutmachen. Auch in den ländlichen Gebieten gelangen den Rebellen in den vergangenen Monaten kaum Erfolge.

Aufständische schwächen sich selbst

Laut Schindler schwächen sich die Aufständischen durch interne Machtkämpfe selbst. Es gebe keine funktionierende Befehlskette zwischen den ernannten Oppositionsführern im Ausland und den Milizen in Syrien. Die Kämpfer erkennen die politische Führung nach Einschätzung des BND nicht an.

Zudem hätten die Regierungstruppen mittlerweile fast alle Nachschubwege gekappt. Der BND erwartet laut "Spiegel Online", dass die Regierungstruppen 2013 weitere Regionen des Landes zurückerobern könnten. Setze sich der Konflikt wie in den vergangenen Wochen fort, könne die Regierung bis Ende des Jahres die Kontrolle über den gesamten Süden Syriens wiedererlangen. Den Aufständischen bleibe dann nur der Norden als Rückzugsgebiet.

(APA/AFP)