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Kurz fordert Kampagne für mehr Migranten als Lehrer

Kurz fordert Kampagne fuer
Kurz fordert Kampagne fuer(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Der Integrationsstaatssekretär wünscht sich, dass mehr Zuwanderer für den Lehrerberuf motiviert werden. Vorbild ist die Wiener Polizei.

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) wünscht sich von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) eine Kampagne, um mehr Migranten für den Lehrerberuf zu motivieren. Das sagte Kurz am Rande eines Besuchs mit der deutschen Integrationsbeauftragten Maria Böhmer (CDU) im Schulzentrum Friesgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk zu DiePresse.com. Böhmer holte sich bei ihrem Besuch Inspiration von Kurz: Sie will sein Projekt der Integrationsbotschafter – erfolgreiche, teils prominente Zuwanderer sollen jungen Migranten Vorbilder liefern – als Idee mit nach Deutschland nehmen.

Bei dem Besuch waren auch die Lehrer Thema, als Böhmer, selbst ursprünglich Lehrerin für Mathematik und Physik, eine Anekdote aus ihrer Heimatstadt Ludwigshafen erzählte: Es komme vor, dass – wenn sie dort eine Klasse betrete – der Lehrer der einzige Deutsche sei, so Böhmer. Das zeigt mitunter auch, dass es zu wenige Migranten hinter dem Lehrerpult gibt. „Wir brauchen mehr und mehr – und werben deshalb auch sehr aktiv um sie“, sagte Böhmer. Nicht nur der Lehrerberuf, sondern der öffentliche Dienst insgesamt solle für Migranten geöffnet werden, sagte Böhmer. Das ist übrigens eines der zentralen Themen des deutschen Integrationstag, der kommenden Dienstag im Kanzleramt von Angela Merkel (CDU) stattfindet.

Auch Kurz wünscht sich, dass mehr Zuwanderer für den Lehrerberuf motiviert werden. „Vorzeigebeispiel ist die Wiener Polizei“, so Kurz. Diese wirbt mit Broschüren, Inseraten und großflächigen Plakaten seit einigen Jahren aktiv um Migranten. „Ähnliches würden wir uns auch im Bereich des Lehrerberufs vom Unterrichtsministerium wünschen“, so Kurz. Allerdings gehe es nicht nur darum, junge Menschen mit Migrationshintergrund für den Lehrerberuf zu motivieren, so Kurz. „Wir sollten auch diejenigen nutzen, die mit einer Lehrerausbildung nach Österreich kommen.“ Es gebe immer wieder Fälle von gut ausgebildeten Personen, die die Sprache perfekt erlernt haben, aber von Stadtschulrat oder den Landesschulräten dennoch nicht angestellt würden.

„Deutsch ist das Allerwichtigste“

Die zentrale Message der Integrationsbotschafter, die mit Kurz und Böhmer vor rund 75 Oberstufenschülern des Schulzentrums Friesgasse sprachen – darunter  DiTech-Chefin Aleksandra Izdebska und der Musiker Eric Papilaya – war jedenfalls ganz im Sinne des Staatssekretärs und auch seiner deutschen Besucherin Böhmer: „Die deutsche Sprache ist das Allerwichtigste“, wie Izdebska betonte, die den Schülern ihren eigenen Werdegang von der 16-Jährigen Schülerin ohne Deutschkenntnisse zur erfolgreichen Firmengründerin schilderte. Auch Papilaya meinte: „Deutsch ist der wichtigste Integrationsfaktor.“ Außerdem: Man solle sich nicht entmutigen lassen – schon gar nicht aufgrund des Migrationshintergrunds.