Die europäischen Aktienmärkte folgten am Donnerstag den asiatischen Börsen tief in den roten Bereich.
Im Einklang mit einem einheitlich schwachen europäischen Umfeld hat sich die Wiener Börse heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit deutlich tieferen Notierungen gezeigt. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2431,98 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 62,89 Punkten bzw. 2,52 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -2,63 Prozent, FTSE/London -1,92 Prozent und CAC-40/Paris -2,35 Prozent.
Die europäischen Aktienmärkte folgten am Donnerstag den asiatischen Börsen tief in den roten Bereich, nachdem die Daten zum chinesischen Einkaufsmanagerindex überraschend schwach ausgefallen waren. Der von der Großbank HSBC ermittelte Einkaufsmanagerindex sank von April auf Mai um 0,8 Punkte auf 49,6 Zähler. Damit fällt der Index zum ersten Mal seit sieben Monaten unter die Schwelle von 50 Punkten. Der Nikkei-225 in Tokio sackte in Folge um mehr als sieben Prozent ab.
Daneben trübten die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke die Stimmung ein, so Marktteilnehmer. Bernanke hatte am gestrigen Mittwoch vor dem US-Kongress im Bezug auf die ultra-lockere US-Geldpolitik gesagt, dass das Tempo der monatlichen Anleihekäufe bei den nächsten Fed-Sitzungen gedrosselt werden könnte.
In Wien rückten die Quartalszahlen von Schoeller-Bleckmann (SBO) und S Immo in den Blickpunkt. SBO hat zum Jahresauftakt um ein Fünftel weniger verdient und ist damit unter den Analystenprognosen geblieben. Der Nettogewinn schrumpfte im ersten Quartal um 20 Prozent auf 14,2 Millionen Euro. SBO gaben klare 4,44 Prozent auf 74,07 Euro ab.
Für die Analysten der Baader Bank hat vor allem die Ebit-Marge (nach Angaben der Baader Bank: 20 Prozent) der SBO negativ überrascht. Zudem halten die Spezialisten die Konsensuserwartungen für das Gesamtjahr 2013 für zu optimistisch. Sie stufen die Aktie des Ölfeldausrüsters mit „Sell“ und einem Kursziel von 67,60 Euro ein. Auch die Experten der Raiffeisen Centrobank (RCB) haben nach Durchsicht der SBO-Zahlen ihre Empfehlung mit „Hold“ und ihr Kursziel bei 80,00 Euro bestätigt.
Die S Immo konnte dagegen ihren Periodengewinn im ersten Quartal leicht erhöhen, und zwar von 6,4 auf 6,5 Millionen Euro. Die Gesamterlöse gingen indessen auf 46,7 Millionen Euro von 46,9 Millionen Euro in der Vorjahresperiode zurück. Die Titel gaben 0,70 Prozent auf 4,85 Euro ab.
Mit einem klaren Minus von 6,93 Prozent auf 50,60 Euro sackten Rosenbauer ans Ende der Wiener Kurstafel ab. Starke Abschläge gab es überdies in Palfinger (minus 5,27 Prozent auf 24,25 Euro) und Erste Group (minus 4,22 Prozent auf 24,77 Euro) zu verzeichnen. Raiffeisen verloren 2,09 Prozent auf 26,70 Euro.
Einzige Kursgewinner waren im Mittagshandel Century Casinos (plus 1,65 Prozent auf 2,35 Euro) und UNIQA (plus 0,37 Prozent auf 10,85 Euro).
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zum Handelsstart bei 2494,45 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.00 Uhr bei 2422,86 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 2,52 Prozent tiefer bei 1194,33 Punkten. Im prime market zeigten sich zwei Titel mit höheren Kursen, 32 mit tieferen und einer unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 2.322.277 (Vortag: 2.487.478) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 68,312 (50,17) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 314.680 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 15,70 Millionen Euro entspricht.
(APA)