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Parkpickerl: Totalreform ist gescheitert

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Nur das Pickerl für Garagenbesitzer und der 15-Minuten-Gratisparkschein bleiben von der Pickerlreform übrig.

Wien. Seit Monaten arbeitet eine Expertenkommission an einer Totalreform des Parkpickerls. Das hat Bürgermeister Michael Häupl nach der Aufregung um die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung angestoßen – die grüne Verkehrsstadträtin, Maria Vassilakou, muss dieses neue Konzept entwickeln.

Seit einiger Zeit ist bekannt, dass Autos ab Herbst 15 statt (wie bisher) zehn Minuten gratis in gebührenpflichtigen Kurzparkzonen stehen dürfen. Ansonst herrscht Funkstille. Der Grund: Es wird nicht mehr viel nachkommen. Nur, dass künftig auch Garagenbesitzer Anspruch auf ein Parkpickerl haben, kommt noch, ist in SP-Kreisen zu hören.

 

„Kleine Schritte“

Derzeit haben Garagenbesitzer keinen Anspruch auf ein Parkpickerl – weil sie bereits einen Parkplatz besitzen, so die Argumentation der Stadt. Deshalb musste beim Antrag eines Parkpickerls die Frage nach einem bestehenden Garagenplatz beantwortet werden. Nur: Es wurde nie kontrolliert. Viele Wiener kreuzten bei der betreffenden Frage daher „Nein“ an, obwohl sie einen Garagenplatz für ihr Auto haben. Daher ist in SP-Kreisen zu hören: „Die Reform wird also kein großer Wurf.“ Darauf angesprochen meint SP-Verkehrssprecher Gerhard Kubik diplomatisch: „Ein großer Wurf ist immer eine Frage des Betrachters. Auch kleine Schritte können ein großer Wurf sein.“

Radikale Reformvorschläge bleiben also nur Vorschläge. Beispielsweise Wien in Zonen einzuteilen (Ring, Gürtel, Außenbezirke). Wobei die Parkgebühren im Zentrum am höchsten, in den Außenbezirken am niedrigsten sind. Denn das lehnt Kubik ab: Die Parkraumbewirtschaftung werde ansonst zu unübersichtlich.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2013)