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Dortmund in der Liga der Bösen

GERMANY SOCCER BUNDESLIGA
EPA
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Dortmund ist nicht erst vor dem Champions-League-Finale in die Liga der Bösen aufgestiegen – ohne es richtig zu wollen.

Natürlich will der BVB den sportlichen Erfolg. Ganz oben stehen. Meisterschaft, Champions-League-Sieg und das am besten jedes Jahr. Imagemäßig würden sie aber gern den Arbeiterverein aus der Kreisklasse geben.

Es gibt ein natürliches Ökosystem im Fußball, das es Vereinen wie dem Buxtehuder SV – einer Gemeinde in der Nähe von Hamburg – nicht erlaubt die beste deutsche Mannschaft zu werden. Außer wenn sie finanzielle Hilfe eines Software-Großkonzern-Besitzers oder gar eines Scheichs bekommen sollten.

Sobald ein Talent à la Götze oder Kross in dem kleinen Örtchen an der Elbe seine ersten fußballerischen Schritte tut, wird es nicht lange dauern bis der Lokalmatador HSV anklopft. Nicht umsonst heißt es in St. Pauli sobald wer einen geraden Pass spielt: „Der plant den Wechsel zum HSV.“

So ähnlich verhält es sich momentan in der Beziehung zwischen dem BVB und dem Rest der Liga. Der Verein mit 189 Millionen  Umsatz in der Saison 2011/12, nimmt sich das Recht heraus in der Liga zu wildern.

Völler sauer auf Dortmund

„Das ist für uns ärgerlich, aber das nehmen wir sachlich hin“, meint Rudi Völler über den gescheiterten Sokratis-Transfer. „Wir waren uns mit dem Spieler und auch Werder einig, aber jetzt hat Sokratis uns abgesagt und geht nach Dortmund.“

Was ihn aber stört ist das Dortmunder Selbstbild: „Jeder weiß, dass sie vor einigen Wochen beleidigt waren, als Götze zu Bayern ging. Im Fall Sokratis sind sie aber selbst scheinheilig“, sagte Völler. „Ich kann darüber nur schmunzeln. Aber so ist wohl der Kreislauf in diesem Geschäft.“ Bayer hatte sich mit dem Griechen Sokratis auf einen Vertrag bis 2018 geeinigt. Völler: „Es gab die Zusage, aber dann kamen andere Argumente hinzu.“

Auch Marco Reus, der seinen größten Sprung in Gladbach machte, wurde, sobald es passte, von den Dortmundern zurück gekauft.

Das passt nicht zum Dortmund-Image. Jürgen Klopp sieht sich auf den möglichen Lewandowski-Transfer angesprochen in der moralischen Überlegenheit. Im Interview mit dem „Guardian“ stellt er fest: „Was soll ich sagen? Wenn es das ist, was die Bayern wollen... Es ist wie bei James Bond - außer, dass sie der andere Kerl sind.“ - „Wir sind ein Klub, kein Unternehmen“, meint der Übungsleiter der Borussia Dortmund Kommanditgesellschaft auf Aktien.

Aber auch wenn man jetzt vielleicht ein bisschen kritischer beäugt wird. Mit Mannschaft wie Manchester United oder AC Milan auf einer Stufe zu stehen, hat auch seinen Reiz.

Im Übrigen würde ich es gern sehen wenn sich ein Scheich dem Buxtehuder SV annehmen würde, damit man sich selbst besser fühlen kann. Da würde vielleicht sogar den FC Bayern ein Hauch von Arbeiterklub umwehen.