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Börse glaubt an starkes Wachstum, Zahlen hinken nach

The day's lowest level of the German DAX is seen on the index board at Frankfurt's stock exchange
The day's lowest level of the German DAX is seen on the index board at Frankfurt's stock exchangeREUTERS
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Deutschland ist knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Der Optimismus in der Wirtschaft ist jedoch stark.

Wien/B.l. Glaubt man den Börsen als Konjunkturindikator, so hat die deutsche Wirtschaft eine glänzende Zukunft vor sich: Allein seit Jahresbeginn hat der Frankfurter Leitindex DAX um neun Prozent zugelegt und zeitweise neue Allzeithochs markiert.

Auch die Stimmung in der Wirtschaft ist rosig. Am Freitag brachte der Ifo-Geschäftsklimaindex, einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren für die deutsche Wirtschaft, eine positive Überraschung. Nach zwei Rückgängen in Folge hat er im Mai deutlich zugelegt. Was noch nicht ganz mit Börsen und Stimmungsindikatoren mithalten kann, sind die tatsächlichen Wirtschaftsdaten. Die größte Volkswirtschaft der Eurozone ist nur knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt. Im ersten Quartal wuchs die Wirtschaft um 0,1 Prozent. Im Schlussquartal des Vorjahres war sie um 0,7 Prozent geschrumpft. Hätte sie noch einmal nachgegeben, hätte das gängigen Definitionen zufolge den Tatbestand einer Rezession erfüllt.

Tags zuvor hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag verlautet, der Aufschwung in Deutschland sei vorerst verschoben. Eine Umfrage unter Unternehmen hatte ergeben, dass diese ihre Lage schlechter einschätzen als noch zu Jahresbeginn. Den stark exportlastigen Firmen macht die geringere Nachfrage aus der schwächelnden Eurozone sowie aus China zu schaffen. Auch steigende Energiekosten setzen ihnen zu.

Immerhin geht es dem Arbeitsmarkt gut. War Deutschland vor zehn Jahren noch das Sorgenkind Europas, so hat es nun– dank Arbeitsmarktreformen und Exportstärke– mit 5,4 Prozent die zweitniedrigste Arbeitslosenrate nach Österreich. Und im Gegensatz zur Alpenrepublik hat sich Deutschland im Jahresabstand auch noch verbessert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.05.2013)