Die Spannungen zwischen China und den Philippinen wachsen. Im Streit um ein Riff und ein Schiff dort setzt Peking auch auf Wasserkanonen.
Als die „USS LST 821“ in Indiana, USA, erstmals zu Wasser gelassen wurde, ahnte gewiss niemand, dass das Landungsschiff eines Tages eine Rolle in einem der größten Konflikte des 21. Jahrhunderts spielen könnte. Der Stapellauf fand an einem Herbsttag 1944 und damit inmitten des Zweiten Weltkriegs statt, in dem die „USS LST 821“ dann auch genauso zum Einsatz kam wie später im Krieg um Vietnam.
Aber jetzt taucht das Schiff wieder in den Schlagzeilen auf, unter dem Namen „BRP Sierra Madre“ und inmitten der „kompliziertesten geopolitischen Situation“ der Gegenwart, wie es der philippinische Präsident Ferdinand Marcos Jr. einmal formuliert hat. Das auf Grund gelaufene Schiff ist nämlich Teil des Konflikts um das Südchinesische Meer geworden, einer Region, in der sich die Besitzansprüche überlappen und in der die strategischen Interessen kollidieren.