Kalte Progression

Was tun mit der Steuermilliarde?

IHS-Direktor Holger Bonin und Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.
IHS-Direktor Holger Bonin und Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz. GEORG HOCHMUTH
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Das weitgehende Ende der kalten Progression lässt den Steuerzahlern nächstes Jahr 2,5 Milliarden Euro mehr in der Tasche. Über die Verteilung der übrigen 1,2 Milliarden Euro verhandelt die Regierung.

Seit 1. Jänner 2023 ist die kalte Progression in Österreich zum großen Teil Geschichte. Diese schleichende Steuererhöhung beschreibt das Phänomen, dass die Lohnsteuerzahler von einer nominalen Lohn­erhöhung real nicht im selben Ausmaß profitieren, weil sie in eine höhere Steuerklasse rutschen. Das passiert, wenn die Steuertarifstufen nicht mit der Inflation steigen. Dem Fiskus brachte die kalte Progression Jahr für Jahr ein Körberlgeld in Milliardenhöhe. Im Herbst 2022 einigte sich die türkis-grüne Koalition schließlich darauf, die kalte Progression weitgehend zu beenden. Für Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) ein „historisches Ereignis“.

Nun wirkt die Reform. Den Steuerzahlern wird ein Großteil der kalten Progression automatisch abgegolten, indem die Steuertarifstufen jährlich um zwei Drittel der Inflation steigen. Wie das verbliebene Drittel verwendet wird, hat der Nationalrat auf Vorschlag der Regierung jeweils bis 15. September eines jeden Jahres zu entscheiden. Für 2023 wurde festgelegt, dass vor allem niedrige Einkommen profitieren, indem die beiden untersten Steuerstufen über der Inflation angepasst wurden. Die Grenze für jenen Anteil des Einkommens, für den keine Steuern fällig werden, ist 2023 von 11.000 auf 11.693 Euro gestiegen (Bemessungsgrundlage, also nach Abzug der Sozialversicherungsabgaben).

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