Hochwasser
Wassermassen und Rettungseinsätze
In vielen Köpfen sitzt noch immer die Erinnerung an die Katastrophe von 2002, das damals als "Jahrhundert-Hochwasser" bezeichnet wurde. Schon 2013 werden die Pegelstände aber noch einmal übertroffen. Vermurungen, Überflutungen, Vermisste und zwei Tote in ganz Österreich. In einigen Gemeinden mussten ganzen Ortsteile evakuiert werden. Ein ständig aktualisierter Überblick in Bildern.Bild: Überflutungen in Melk
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Bange Stunden am Mittwoch und Donnerstag nahe Krems. Der Schutzwerk bei Theiß war laut Feuerwehrsprecher Franz Resperger massiv unterspült.
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Eine Hundertschaft an Helfern rückte aus, um ein Brechen des Damms zu verhindern.
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Als zweite Sicherung wurde mit Betonleitwänden ein Schutzwall neben dem Damm errichtet.
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Feuerwehr und freiwillige Helfer versuchten mit allen Mitteln den Damm zu sichern.
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Etwa 200 Menschen haben am Mittwochvormittag freiwillig dabei geholfen, weitere Sandsäcke zu befüllen.
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Auch schweres Gerät ist in Einsatz, um die Sandsäcke auf dem Damm schnell zu verteilen.
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Feuerwehren und das Bundesheer standen im Einsatz. Mit tausenden Sandsäcken und Grädermaterial (Kleinschotter) wurde alles unternommen, um den Damm abzudichten und damit zu halten.
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Weiterhin hohe Anforderungen stellt lauch der Hochwasserschutz im Bereich des Gewerbeparks Krems an die Einsatzkräfte. Der Rückstau der Donau in den Kremsfluss mache "intensive Sicherungsmaßnahmen entlang des Dammes notwendig".
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In Kritzendorf bei Klosterneuburg kurz vor Wien wurde ein Pegelstand erreicht, der jenen von 2002 sogar übertrifft.
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Mit Sandsäcken und Baubrettern sind die Gebäude am Mittwoch in Krems-Stein vor dem Hochwasser gesichert worden. Alle ergreifen Vorsichtsmaßnahmen, sollte der mobile Hochwasserschutz brechen.
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Sandsäcke prägen das Ortsbild: Geschäfte, Banken und Privatwohnungen werden gesichert.
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In der Wachau hat die Donau in den frühen Morgenstunden des Mittwoch ihren Höchststand erreicht. Der Pegel in Kienstock stieg letztlich bis auf 10,78 Meter. Die Schutzwand in Krems-Stein hält, wurde aber mit Sandsäcken verstärkt.
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Das waren laut den Aufzeichnungen des Hydrografischen Dienstes des Landes nur 15 Zentimeter weniger als beim August-Hochwasser 2002.
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In Emmersdorf am Eingang der Wachau bleibt die Altstadt weiterhin überflutet, der Pegel geht aber leicht zurück.
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Auch Paddler sind unterwegs - zur Versorgung der in den oberen Stockwerken ausharrenden Menschen.
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Auch in Grein (Oberösterreich) hatte man bis zuletzt gezittert. "Die Kurve ist flacher, es wird trotzdem knapp", hieß es noch Dienstagnachmittag. Es war tatsächlich eine Frage von Zentimetern, ob der Hochwasserschutz in Grein hält oder nicht.
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"Presse"-Reporter Georg Renner war am Montag in Marbach an der Donau. Dort erfuhr er von den Betroffenen, dass der Bau eines neuen Hochwasserschutzes für 2012 geplant war - aber aus Budgetgründen verschoben wurde.
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Rossatz an der Donau ist weitgehend überflutet, das zeigt dieses Bild aus dem Hubschrauber.
Eine Verschiebung, die sich nun mehr als rächt: Seit Montag dringt das Wasser bis in den Ortskern vor. Die Feuerwehr kommt kaum nach mit dem Auspumpen von Kellern und Wohnräumen.
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"Man hat uns - im wahrsten Sinn des Wortes - absaufen lassen", sagt Anton Gruber. Der Bürgermeister der 1600-Einwohner-Gemeinde Marbach unterhalb von Maria Taferl am linken Donauufer macht kein Hehl aus seiner Frustration. >>Mehr dazu
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Rund 150 Häuser stehen unter Wasser, an der Kirchenpforte ankert ein Ruderboot der Feuerwehr.
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In Walding im Bezirk Urfahr-Umgebung retteten sich Menschen vor den Fluten auf Hausdächer. Im nahegelegenen Feldkirchen mussten zahlreiche Gebäude evakuiert werden. Laut Auskunft der Feuerwehr waren rund 200 Personen betroffen.
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In Ottensheim im selben Bezirk gab es in der Nacht auf Dienstag Probleme mit dem Damm, die Lage sei aber unter Kontrolle, teilte das Landesfeuerwehrkommando mit. Auch wenn es auf diesem Bild nicht so wirkt.
APA
Einen "Hotspot" gab es am Dienstag in der Gemeinde Mautern (Bezirk Krems). Dort war im Ortsteil Hundsheim vermutlich unter der Schutzwand Wasser eingedrungen, berichtete Matthias Fischer vom Landesfeuerwehrkommando. Eine Rohrdurchführung dürfte nachgegeben haben. Eine Kleingartensiedlung wurde überflutet. Die Feuerwehr musste mit Großpumpen ausrücken.
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Auch Politiker machen sich ein Bild von der Lage: Verteidigungsminister Gerald Klug kontrollierte persönlich eine Hochwasserschutzwand in Krems. In den anderen Bundesländern haben bereits die Aufräumarbeiten begonnen: Die Bilder finden Sie hier
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In Emmersdorf auf der nördlichen Seite der Melker Donaubrücke steht das Orts-Zentrum bis zum ersten Stock unter Wasser. Ein Weiterkommen ist nur noch über Zillen der Feuerwehr möglich.
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Auf der anderen Seite der - derzeit geperrten - Brücke: Das Stift Melk thront auf seinem Felsen, die sogenannte "Hubinsel", die Melk von der Donau trennt und auf der sich die Donauarena befindet ist bereits völlig überflutet. In der Stadt unter dem Stift drang das Wasser bis über den Hauptplatz vor.
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In Melk wurden Häuser mit Sandsäcken gesichert und Häuser evakuiert, das Wasser reichte wie im Jahr 2002 bis zum Hauptplatz. An einem mobilen Hochwasserschutz wird derzeit gearbeitet, für diese Flut kommt er allerdings zu spät.
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Um wieviel der Pegel von Montag auf Dienstag gestiegen ist sieht man hier im Vergleich.
(c) John Haas
Im Zentrum von Emmersdorf sind fünf Zillen der Feuerwehr im Einsatz. Die Bewohner sind zwar hochwassererprobt, aber ratlos: "Es stimmt nachdenklich, dass die Hochwasser an Häufigkeit zunehmen", sagt eine junge Mutter.
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Sie sei zwar nicht direkt betroffen, habe aber einigen Bekannten beim Ausräumen geholfen. "Für die ist es schlimm, immer wieder von vorne beginnen zu müssen."
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Das Zentrum von Emmersdorf lag am Montagnachmittag etwa 1,58 Meter im Wasser, bis Dienstag Nacht stiegen die Fluten aber noch an.. Im Hintergrund: Die Donaubrücke Melk.
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Das wahre Ausmaß der Überflutungen sieht man vom Hubschrauber aus.
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Bargeldbehebung ist bei der Raiffeisenbank in Emmersdorf im Moment nicht möglich, der im Erdgeschoß befindliche Bankomat wurde in Sicherheit gebracht.
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Stromabwärts in Aggsbach-Markt bangt ein Feuerwehrmann um sein Haus: "Im Keller ist noch nichts, den habe ich extra wasserdicht gebaut. Aber es wird heute wieder eine schlaflose Nacht werden." Den Mut will er aber dennoch nicht verlieren. Man könne jetzt einfach nur Abwarten, sagt er.
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An der B3 kurz vor Aggsbach steht eine Schlange an Motorbooten und kleineren Jachten, die zur Sicherheit auf die Fahrbahn gestellt worden sind.
APA (Fohringer)
Die Gefahr ist auch in Oberösterreich noch nicht gebannt: Feuerwehrleute und freiwillige Helfer versuchten am Dienstag einen aufgeweichten Damm in Ottensheim (Bezirk Urfahr-Umgebung) mit Sandsäcken zu stabilisieren.
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Gesehen in den Fluten in Melk: Ein schwimmender Hund.
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Einige Kilometer flussabwärts in Spitz an der Donau: Der mobile Hochwasserschutz ist in seiner ganzen Breite montiert und beschützt die Bewohner.
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Die Strandhäuser in Kritzendorf bei Klosterneuburg wurden evakuiert. In diesem Gebiet ist man Überflutungen gewohnt, darum stehen die Häuschen auf Stelzen.
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Die Feuerwehr Kritzendorf rettet auch Rehe aus den Fluten.
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Rund um das Strandbad in Kritzendorf hat sich die Donau Land erobert.
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Die "Sunken City" auf der Donauinsel ist nun wirklich einige Zentimeter unter Wasser - die Neue Donau wurde geflutet.
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Überschwemmte Gastronomiebetriebe an der "Copa Cagrana" an der Neuen Donau: Dieses Entlastungsgerinne wird nur bei Hochwasser zum Fluss. Die Donauinsel schützt Wien vor größeren Fluten.
APA (Schlager)
Überflutet sind auch zwei der drei Häfen der Bundeshauptstadt. In Albern stehe das Wasser 30 bis 40 Zentimeter hoch, in der Lobau 1,20 Meter über der Kaikante
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In Linz tritt die Donau über die Ufer - das Museum Lentos wird so zum Museumsschiff.
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Wie eine versunkene Stadt: Schärding in Oberösterreich, der Inn trat weit über die Ufer. Der Pegel fiel erst in der Nacht auf Dienstag, Aufräumarbeiten konnten beginnen. >>Bilder von den Aufräumarbeiten
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In Schärding wurden mehr als 200 Häuser überflutet und Bewohner evakuiert. Ein Blick auf das Kraftwerk Schärding zeigt das Ausmaß der Katastrophe.
APA (Dasch)
Ein Gehöft bei Schärding, das vom über die Ufer getretenen Inn überschwemmt wurde.
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Der Inn lag wie ein See über Schärding.
APA-FOTO: MANFRED FESL
Ein ganzer Stadtteil war ab Sonntag nur mehr per Zillen erreichbar. 240 Menschen leben in den Häusern, die vom Hochwasser betroffen sind. Etwa 80 Schärdinger wurden bis Montagnachmittag von der Feuerwehr evakuiert. Einige, vor allem ältere Menschen und die Bewohner der oberen Stockwerke, wollen trotzdem in ihren Wohnungen bleiben. Sie werden von der Feuerwehr mit warmem Essen versorgt.
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Ein Hochwasser dieses Ausmaßes ist in der wassergeplagten Stadt am Inn ein Extremfall. Und dagegen schützen auch die neu errichteten Hochwassermauern nicht: Diese schützen nur vor 30-jährige Hochwasser, bis zu einem Pegelstand von 3,90 Meter. Mehr, so sagt Bürgermeister Franz Angerer, sei technisch und statisch nicht möglich.
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Dutzende Schärdinger und Anrainer benachbarter Orte sammelten sich am Montag im Regen im Schlosspark, dem Aussichtspunkt über den Lauf des Inn, die barocken Bauten am Wasser. "Wahnsinn", "so etwas haben wir noch nie gesehen", hört man hier, dutzende Schärdinger halten das Hochwasser mit Kameras fest.
(c) Imlinger
Kräfte der Feuerwehr bei der Rettung eines Huhnes bei Schärding.
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Hochwasser und Vermurungen gab es am Sonntag auch in den westlichen Bundesländern: Auch im Tiroler Kössen wurde ein Ortsteil evakuiert. Nicht alle Bewohner konnten ihr Hab und Gut rechtzeitig in Sicherheit bringen. Dieses Auto fiel den Wassermassen zum Opfer.
Auch heftige Murenabgänge machten den Einsatzkräften zu schaffen. In Taxenbach im Pinzgau sollen ein Bauer und eine Frau von Muren mitgerissen worden sein. Sie werden noch vermisst. Die Gleisanlagen in dem Ort wurden durch Murenabgänge schwer beschädigt.
(c) APA/EXPA/J�RGEN FEICHTER (EXPA/J�RGEN FEICHTER)
Im Salzburger Schüttdorf wurde ein Wohnhaus von einer Mure erfasst.
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