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Scientology-Propaganda in Will Smiths "After Earth"?

ScientologyPropaganda Will Smiths After
Will Smith mit Sohn Jaden vor einem Plakat zu ''After Earth''(c) REUTERS (ISSEI KATO)
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Will Smiths neuer Film ist in den USA heftig diskutiert. Kritiker wollen versteckte Lehren von Scientology darin entdeckt haben.

Die Zuschauerzahlen sind überschaubar, doch die Diskussion über Will Smiths neuen Film "After Earth" ist breit. In dem postapokalyptischen Film seien Scientology-Botschaften versteckt, lautet der Vorwurf von Kritikern. Zu einer Mitgliedschaft bei Scientology hat sich Smith nie bekannt. Eine große Nähe zu L. Ron Hubbards religiöser Gemeinschaft kann er aber nicht abstreiten. Mehrfach hat er Geld an Scientology-nahe Organisationen gespendet. Zudem gründeten Smith und seine Frau Jada Pinkett Smith, enge Freunde des wohl berühmtesten Mitglieds Tom Cruise, 2009 in Kalifornien die Schule New Village Leadership Academy, in der Kinder nach der Study-Tech-Methode von Sektengründer Hubbard unterrichtet werden - auch jene des Hollyoodstars.

Sohn Jaden spielt auch die Hauptrolle in dem Film "After Earth", die Geschichte basiert auf einer Idee von Will Smith. In einer fernen Zukunft kehren darin Vater und Sohn auf die von Menschen aufgegebene Erde zurück und müssen sich Dutzenden Gefahren stellen. Dabei geleitet der Vater den Sohn durch schwierige Situationen. Vor allem die zentrale Botschaft des Films stößt Kritikern sauer auf: Emotionen werden als Feind des Menschen dargestellt. Auch in Scientology geht es darum, seine Emotionen zu kontrollieren.

"Riecht nach Scientology"

Der Film "riecht nach Scientology" meint auch "The Daily Beast", Partner der renommierten "Newsweek", unter der Überschrift "Dianetik - Der Film?". Die von Scientology-Gründer Hubbard erdachte Lehre ziehe sich wie ein roter Faden durch den Film.

"Die Gemeinsamkeiten reichen von direkten Zitaten - der ausbrechende Vulkan in der letzten Szene erinnert an den Titel von Hubbards Buch - bis zum Hauptthema des Films: Smiths Figur besiegt seine Gefühle und meistert die Herausforderung, ganz wie es Hubbard immer predigte", schreibt "The Daily Beast". Die Führung des Sohnes durch den Vater erinnere an das "Auditing", eine Gesprächspraxis von Scientology, mit der der Geist gereinigt werden solle.

Der Film sei ein "Liebesbrief an Scientology" schrieb "Vulture". "Der Hauptfeind ist die Furcht", genau so sei es bei Hubbard. Auch die Zeitschrift erwähnt das "Auditing" und sieht Gemeinsamkeiten zwischen dem umstrittenen Buch und dem zumindest zum Start nicht sehr erfolgreichen Film. "Zwischen den Zeilen fühlt sich jedes Stück 'After Earth' an wie ein Wink hin zu den Lehren des L. Ron Hubbard."

Ex-Scientologe nahm Film unter die Lupe

Das Fachblatt "The Hollywood Reporter" lies Marc Headley den Film anschauen. Der bezeichnet sich als Aussteiger und beschrieb vor acht Jahren in einem Buch, wie Scientology ihn schikaniert haben soll. Er sieht einige Filmzitate stark an Hubbard angelehnt, etwa wenn Smith seinem Sohn sagt: "Die Furcht ist nicht wirklich. Sie ist Produkt deiner Gedanken." Bei Hubbard heiße es ganz ähnlich. Er fühle sich an "Battlefield Earth" aus dem Jahr 2000 erinnert, die Verfilmung eines Hubbard-Buches. "Viele Kritiker bezeichnen ihn als schlechtesten Film aller Zeiten. Nachdem ich 'After Earth' gesehen habe, würde ich sagen, 'Battlefield Earth' hat sein Gegenstück gefunden."

"After Earth" ist ein Film der Familie Smith. Vater und Sohn spielen die Hauptrollen, Mutter Jada Pinkett Smith ist Produzentin. Im Gegensatz zu anderen Stars wie Tom Cruise, Lisa Marie Presley und John Travolta ("Battlefield Earth") haben sich die Smiths nie zu einer Mitgliedschaft bei Scientology bekannt. Smith selbst hat sich zu den Vorwürfen nicht geäußert und auch die Organisation schweigt.

An den Kinokassen fällt "After Earth" durch

An den Kinokassen ist "After Earth" ein Reinfall. An seinem ersten Wochenende spielte der Film nur 27 Millionen Dollar (knapp 21 Millionen Euro) ein und landete lediglich auf Platz drei der US-Kinocharts. Bei geschätzten Produktionskosten von 130 Millionen Dollar ist das eine magere Ausbeute. In Österreich kommt das Action-Spektakel am kommenden Freitag, dem 7. Juni ins Kino.

(APA/dpa/Red.)