Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

China prüft Strafzölle auf europäischen Wein

File photo of a man smelling a glass of red wine from Italy's Rosso Vino vineyard during the he 6th Shanghai International Wine Trade Fair
Frankreich ist der größte Weinlieferant ChinasREUTERS
  • Drucken

Brüssel verhängt Schutzzölle auf Solarmodule aus China. Jetzt kommt die Retourkutsche: China beschwert sich über billigen Wein aus Europa.

Der Handelsstreit zwischen Brüssel und Peking weitet sich aus und droht zur Belastungsprobe für die EU zu werden: Nach der Verhängung vorläufiger Schutzzölle auf Solarmodule aus China durch die Europäische Union prüft Peking jetzt Strafzölle auf europäischen Wein, wie das chinesische Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Frankreich, wichtigster Weinlieferant für China, hatte die Strafzölle für chinesische Solarmodule im Gegensatz zur deutschen Regierung unterstützt.

Es sei ein "Antidumping- und Antisubventionsverfahren für Weine aus der Europäischen Union" eröffnet worden, teilte das Ministerium in Peking mit und verurteilte zugleich die EU-Schutzzölle als "unfair". China hoffe auf eine "für beide Seiten akzeptable Verhandlungslösung".

Die EU-Kommission hatte am Dienstag wegen Dumpingvorwürfen vorläufige Schutzzölle auf chinesische Solarmodule verhängt. Sie sollen am Donnerstag in Kraft treten und in den ersten beiden Monaten 11,8 Prozent betragen. (>>>mehr dazu).

Frankreich wäre stark betroffen

Chinesische Schutzzölle auf europäischen Wein würden vor allem Frankreich treffen, das die Strafzölle auf Solarmodule als "ausgewogen und verantwortungsvoll" bezeichnet hatte. Frankreich ist der größte Weinlieferant Chinas und führte 2012 nach EU-Angaben Wein im Wert von 546 Millionen Euro nach China aus.

Der französische Präsident François Hollande forderte ein Treffen der 27 EU-Mitgliedstaaten, um im Handelsstreit "eine gemeinsame Haltung" zu finden, wie eine Regierungssprecherin in Paris mitteilte. In derartigen Handelsangelegenheiten sei "ein Zusammenhalt zwischen den europäischen Ländern" notwendig.

(APA/AFP)