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Ex-Nationalratspräsident Rudolf Pöder gestorben

ExNationalratspraesident Rudolf Poeder gestorben
Rudolf Pöder(c) APA (HANS KLAUS TECHT)
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Der gelernte Flugmotorenmechaniker hatte eine Vielzahl von Spitzenfunktionen inne. Nun verstarb der "leise Mächtige" im 89. Lebensjahr.

Der frühere Nationalratspräsident Rudolf Pöder ist im 89. Lebensjahr gestorben. Dies gab am Montag der SPÖ-Pensionistenverband bekannt, dessen Präsident er bis 1991 war. Das war die letzte einer Vielzahl von Spitzenfunktionen, die der gelernte Flugmotorenmechaniker ausübte. Seine politischen Wurzeln hatte er in der Gewerkschaft und der SPÖ Wien.

1947 startete Pöder (geboren am 3. Februar 1925) seine steile politische Karriere mit dem Eintritt in den Dienst der Stadt Wien. Über die Funktion des Dienststellen-Vertrauensmannes kam er zur Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, wo er mehr als vier Jahrzehnte lang Funktionen ausübte, von 1975 bis 1991 als Vorsitzender und gleichzeitig Vizepräsident des ÖGB.

Parallel dazu zog der überzeugte Vertreter der Sozialpartnerschaft 1969 für die SPÖ in den Wiener Gemeinderat und Landtag ein, von 1978 bis 1983 war er Gemeinderats-Vorsitzender. Verankert war Pöder in der SPÖ Alsergrund, wo er ebenfalls - von 1973 bis 1987 - Vorsitzender war. Vom Gemeinderat wechselte Pöder in den Nationalrat, wo er es wieder ganz an die Spitze schaffte: Als Nachfolger von Leopold Gratz wurde er am 28. Februar 1989 zum Präsidenten gewählt. Im November 1990 schied er aus dem Parlament aus und wurde 1991 Präsident des Pensionistenverbandes und danach Ehrenpräsident.

Pöder, der "leise Mächtige"

Trotz aller Macht und Einfluss, die ihm seine Spitzenfunktionen bescherten, galt Pöder als bescheiden, als "leiser Mächtiger". "Mächtiger als Macht ist Maß" war sein Wahlspruch, wie er selbst bei seiner 80er-Feier im Parlament sagte. Viele SPÖ-Politiker mit Gewerkschaftswurzeln sehen in ihm ihren "politischen Ziehvater", so der jetzige Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

Für seine Verdienste wurde Pöder mit hohen Auszeichnungen geehrt: 1989 erhielt er das "Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich", 1990 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Wien ernannt.

(APA)